Auto-Industrie

Ganz vorne mit dabei

Bergisch Gladbach/Stuttgart. 2011 war für viele deutsche Autohersteller ein Rekordjahr. Doch angesichts der aktuellen Misere bei Opel fragt sich mancher, wie es wohl insgesamt weitergeht. Wie stark ist unsere Vorzeigebranche – und wie stark ist sie am Standort Deutschland?

„Der Veränderungsdruck in der Automobil-Industrie ist enorm“, sagt dazu Stefan Bratzel, Leiter des renommierten Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach bei Köln. „Es wird Gewinner und Verlierer geben.“

Besonders die Verschiebung der Märkte nach Asien und der Megatrend Energieeffizienz stellen Autohersteller und Zulieferer vor Herausforderungen. Ein Blick auf die Fakten zeigt: Bei beiden Themen ist die Branche insgesamt gut aufgestellt.

„Wer in den Wachstumsmärkten in Asien nicht präsent ist, hat ein Riesenproblem“, analysiert Bratzel. Gerade in China haben deutsche Marken die Nase vorn. Nach Berechnungen des Branchenverbands VDA stammt jedes fünfte verkaufte Auto in China von einem deutschen Hersteller.  

Zusätzliche Stellen bei Herstellern ...


Als Erster gab Audi Gas. Bereits in den 80er-Jahren gründete die VW-Tochter ein deutsch-chinesisches Joint Venture. Heute ist das Reich der Mitte mit mehr als 300 000 verkauften Autos für Audi der größte Markt. Von diesem Nachfrageschub profitieren auch die deutschen Standorte: Für 2012 sind dort 2 000 zusätzliche Stellen geplant.

Das Gemeinschaftsunternehmen BMW Brilliance will mit seinem neu eröffneten Werk in Tiexi die Produktion in China auf 400 000 Pkw jährlich steigern. Weltweit 4?000 neue Jobs soll es 2012 geben, vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung.

Punkten können deutsche Hersteller auch beim zweiten Zukunftsthema Energieeffizienz: „Sie sind bei der effizienten Nutzung des Verbrennungsmotors weltweit führend“, so Bratzel. Das gelte auch für die Zulieferer. Bosch, der weltgrößte, macht sein Geschäft nach wie vor mit Diesel- und Benzinmotoren. Bis zum Jahr 2014 will der Konzern den Absatz von Benzineinspritzungen von 4,0 auf 8,6 Millionen mehr als verdoppeln.  

... und bei Zulieferern


Allerdings fügt Bratzel hinzu: „Bei alternativen Antrieben hat die Branche Nachholbedarf.“ Bosch steuert gegen, investiert 400 Millionen Euro in die Elektromobilität. Und stellt über alle Sparten gesehen bundesweit 2 000 zusätzliche Forscher und Entwickler ein. „Wir suchen Leute, die uns helfen, die Zukunftsthemen zu gestalten – nicht nur im Kfz-Bereich“, sagt ein Sprecher.  In der gleichen Größenordnung expandiert auch Zulieferer ZF in Friedrichshafen. Bratzel: „Die deutsche Auto-Industrie ist auch in Zukunft ganz vorne mit dabei.“


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