Wettbewerb

Für "Sky" scheint nicht die Sonne


Warum Pay-TV bei uns bislang kein Durchbruch gelingt

München. Neuer Name, neue Köpfe, neue Struktur: Die Hoffnungen von „Sky“, dem 2009 umbenannten TV-Sender „Premiere“, sind groß. Was in England, Italien oder den USA prima funktioniert, soll endlich auch in Deutschland klappen: Bezahlfernsehen anbieten – ohne Verluste.

Kostenpflichtige Angebote (Pay-TV) neben immer mehr frei empfangbaren Kanälen wie ARD, ZDF oder RTL (Free-TV) kostendeckend zu etablieren – das hat in Deutschland eine 20-jährige Geschichte. Und keine erfolgreiche. Auch Sky verlor im vergangenen Jahr noch mehr als 260 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden-Abos verharrt weiterhin bei nur rund 2,5 Millionen: Deutlich zu wenig, um langfristig schwarze Zahlen zu schreiben.

Sky muss sich abheben – nur wie?

„In Deutschland herrscht eine Gratis-Kultur“, erklärt Medienexperte Jo Groebel das Dilemma des Senders. „Die wird sich aufgrund der langen Free-TV-Tradition nicht so schnell ändern“, prognostiziert der Direktor des Deutschen Digital-Instituts.

Zudem bescheinigen Fachleute den frei empfangbaren Sendern in Deutschland eine im internationalen Vergleich hohe Qualität. Kein Wunder: Die öffentlich-rechtlichen Sender werden mit den garantierten Rundfunkgebühren üppig ausgestattet.

Aber wie soll sich ein Bezahlsender vom Gratis-Fernsehen abheben, wenn dessen Programm schon sehr gut ist?

Sky setzt deshalb wie Vorgänger Premiere auf König Fußball. Für 30 Euro im Monat alle Spiele, alle Tore, alles live: Das soll die Zuschauer locken. Doch der Erfolg bleibt mäßig. Es fehlt die große Exklusivität.

Die Bundesliga-Zusammenfassungen in der ARD-Sportschau sind für viele Fans fester Bestandteil des frühen Samstagabends – gratis. Mit dem Versuch, das zu ändern, scheiterte Premiere bereits vor zwei Jahren. Die Zusammenfassungen der Spiele im Free-TV sollten erst nach 22 Uhr gezeigt werden dürfen. Viele Fans hätten dann wohl den Weg zum Pay-TV gefunden. Aber das Kartellamt stoppte den Plan des Senders und der Bundesliga-Clubs.

Konkurrenz durch DVD und Internet

Auch mit TV-Premieren von aktuellen Kino-Blockbustern sieht Sky bislang kein Land. Filme auf DVD und Blu-ray sowie deren Download im Internet machen dem Bezahlsender Konkurrenz.

Die wohl einzige Chance für den Pay-TV-Sender sind spektakuläre Eigenproduktionen. Vor allem für US-Anbieter sind die bislang ein Erfolgsrezept. Aber gilt das auch für Deutschland?

Der internationale Medien-Mogul Rupert Murdoch, zu dessen globalem Imperium Sky seit zwei Jahren gehört, könnte es damit versuchen. Geld, um eine längere Durststrecke durchzustehen, hätte er auch. „Ich setze auf ihn, selbst wenn es für Sky derzeit düster aussieht“, sagt Medien-Experte Groebel.

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