Steuererklärung

Für Eltern ist jetzt mehr zu holen


Lohnende Arbeit: Die meisten bekommen Geld zurück. Montage: Roth

Berlin. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – das gilt auch in den Finanzämtern: Normalerweise werden die Steuererklärungen der Bürger einfach in der Reihenfolge ihres Eingangs abgearbeitet. Will man also die zu erwartende Erstattung im Sommerurlaub verjubeln, sollte man sich an die Arbeit machen ...

Wobei das Ausfüllen der Formulare dieses Jahr kaum zu neuem Kopfzerbrechen führt: Es hat sich nur wenig geändert. Und bei den Kinderbetreuungskosten gibt es sogar einfachere Regeln.

Zwei Drittel der Ausgaben für Kinderbetreuung werden anerkannt

Es ist nämlich seit dem Steuerjahr 2012 ganz egal, ob  Kinderbetreuung beruflich bedingt ist oder nicht: Ausgaben für Kita, Tagesmutter oder Ganztagsschule mindern die Steuern. Zwei Drittel der Kosten, höchstens aber 4.000 Euro pro Kind, können geltend gemacht werden, wie Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler erklärt. Verpflegungskosten müssen aber herausgerechnet werden – und die Betreuung ist nur dann ein Fall für den Fiskus, wenn das Kind noch keine 14 Jahre alt ist.

Knifflig bleibt die Sache bei einer Betreuung während der Schulferien, wenn etwa ein Kind doppelt berufstätiger Eltern eine Woche im Indianer-Lager haust: „Häufig ist da die Abgrenzung zwischen Betreuung und Unterricht schwierig und muss im Einzelfall geklärt werden“, so Klocke. Denn Unterricht muss man normalerweise ohne steuerliche Hilfe zahlen. Immerhin: Der Bundesfinanzhof hat im Vorjahr klargemacht, dass die Kosten für einen zweisprachigen Kindergarten ganz normal absetzbar sind.

Kapitalerträge zu hoch besteuert?

Wenn man also mit den Formularen dieses Jahr oft schnell fertig ist, kann man sich ja noch ein Stündchen fürs Thema „Abgeltungssteuer“ nehmen.

Es lohnt sich nämlich oft, auch die Kapitalerträge anzugeben: „Das ist zum einen dann vorteilhaft“, sagt Klocke, „wenn der persönliche Steuersatz unter dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent liegt.“ Zum anderen gibt es Geld zurück, wenn der Sparerpauschbetrag von 801 Euro (oder 1.602 Euro bei Ehepaaren) nicht ausgenutzt wurde – etwa, weil man bei einer Bank keinen oder einen zu geringen Freistellungsauftrag abgeliefert hat.

Um Kapitalerträge belegen zu können, benötigt man aber eine „Jahressteuerbescheinigung“. Die wird von der Bank auf Anfrage zugesandt.

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