Mittelstand

Für die Zukunft gerüstet - dank guter Gewinne


Firmen wie Sennheiser, Bühler und die Aerzener Maschinenfabrik investieren am Standort Niedersachsen

Wedemark. Gewinn, Kapital, Profit – diese Worte lösen bei vielen Menschen die seltsamsten Gedanken aus. Nur wenige wissen, dass Gewinne die Voraussetzung sind, damit der eigene Arbeitsplatz sicherer wird.

Sennheiser electronic in Wedemark vor den Toren Hannovers blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2007 zurück. Unterm Strich blieb für Sennheiser ein Gewinn von 20,2 Millionen Euro übrig – das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr und nahezu dreimal so viel wie vor vier Jahren.

Sennheiser ist ein typisches Familienunternehmen. Verdientes Geld, das ist so üblich, wird im Sinne des Betriebes investiert. „Wir wollen hier ein bisschen aufräumen“, umschreibt es Jörg Sennheiser lapidar. Gemeint sind millionenschwere Ausbaupläne am Hauptstandort in der Wedemark. Dafür nimmt der Mittelständler „viel vom Ersparten“ in die Hand: 20 Millionen Euro investiert er bis 2012, um den Firmenstandort auch äußerlich seine weltweite Bedeutung und gleichzeitig das dauerhafte Bekenntnis zur Region zu verleihen.

Technologie- und Besucherzentrum

Im November soll mit dem Bau eines neuen Werkes samt Technologiezentrum begonnen werden, 2009 wird es bezugsfertig sein. Und Ende 2010 bietet ein Besucherzentrum am Eingang des Unternehmens ein angemessenes Entree für Kunden aus aller Welt.

„Wir sind und wir bleiben ein niedersächsisches Unternehmen“, bekräftigt Sennheiser. 2050 Mitarbeiter beschäftigt der Hersteller von Mikrofonen und Kopfhörern weltweit, rund die Hälfte in Deutschland, davon 850 in der Region Hannover.

Dank der guten Konjunktur läuft es zurzeit in den meisten Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie gut. Volle Auftragsbücher sorgen bei vielen – wenn auch längst nicht bei allen – für eine bessere Gewinnsituation als noch vor einigen Jahren. Im Schnitt, so der Arbeitgeberverband Gesamtmetall, liegt die Nettoumsatzrendite bei 3,8 Prozent. Anders ausgedrückt: Von 100 Euro Umsatz bleiben durchschnittlich 3,80 Euro als Gewinn nach Abzug von Kosten und Steuern übrig.

Die Firmen nutzen das Geld, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und Arbeitsplätze zu sichern.

Neue Hallen und Maschinen

Ähnlich wie Sennheiser steckt auch die Bühler GmbH in Braunschweig den erwirtschafteten Gewinn in das historische Gelände in der Stadt des Löwen. Neue Hallen, neue Maschinen, neue Verwaltungsgebäude – über 22 Millionen Euro fließen in den Standort. „Wir wollen der effizienteste Standort im Bühler-Konzern werden“, sagt Geschäftsführer Uwe Wehrmann.

Auch andere Maschinenbauer setzen die Gewinne der vergangenen Jahre sinnvoll ein. Für die Aerzener Maschinenfabrik zum Beispiel, einen weltweit führenden Hersteller von Gebläsen und Verdichtern, hat kürzlich ein neues Zeitalter in der bereits über 140-jährigen Firmengeschichte begonnen. 65 Millionen Euro investiert der Familienbetrieb in ein Grundstück, in Hallen und Maschinen.

Insgesamt hat die Aerzener Maschinenfabrik in den letzten fünf Jahren ihren Auftragseingang und ihren Umsatz mehr als verdoppelt. Das war die unabdingbare Voraussetzung für die arbeitsplatzsichernden Investitionen.

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