Tipp der Woche

Für den Ernstfall


Bald wieder im alten Job? Und wenn nicht – was dann? Berufsunfähigkeit bedroht schnell die finanzielle Existenz. Foto: Okapia

Die eigene Arbeitskraft sollte jeder versichern

Vollkasko-Schutz fürs neue Auto? Das ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit. Einen viel höheren Wert lassen aber noch viele außer Acht: die eigene Arbeitskraft. Sie ist das wichtigste Kapital eines Arbeitnehmers – und sollte entsprechend versichert sein.

Schätzungen zufolge wird nämlich jeder Vierte schon vor dem Rentenalter berufs- oder gar erwerbsunfähig. Und das in den meisten Fällen nicht etwa wegen eines Unfalls, sondern als Folge einer Krankheit.

Die staatlichen Leistungen reichen dann nicht aus, um den Lebensstandard auch nur annähernd zu erhalten. Den nach 1960 Geborenen gönnt die gesetzliche Rentenversicherung gar keinen Berufsschutz mehr: Berufsunfähige können auf alle anderen Jobs verwiesen werden, die unser Arbeitsmarkt so zu bieten hat – die Ausbildung und der Status im alten Beruf spielen keine Rolle.

„Private Vorsorge ist deshalb unverzichtbar“, erklärt Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten, „eine Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den existenziellen Policen: Sie sollte auch von Schülern, Auszubildenden, Studenten und Hausfrauen abgeschlossen werden, solange sie vollkommen gesund sind – denn dann sind die Beiträge geringer.“

Schwindeln verboten

Arbeitnehmer müssen überprüfen, ob sie bei Berufsunfähigkeit mit einer Leistung aus der berufsständischen Versorgung rechnen können – und ob diese ausreichen würde.

Beim Abschluss ist es dann sehr wichtig, alle Fragen zur Gesundheit wahrheitsgemäß und sorgfältig zu beantworten. Wer schwindelt, kann im Ernstfall leer ausgehen. Dabei stellt das neue Versicherungsvertragsgesetz die Kunden jetzt besser als früher: „Der Versicherer muss präzise fragen“, sagt Blunck, „es kann nicht mehr hinterher negativ ausgelegt werden, wonach gar nicht gefragt worden war.“

Bei vielen Anbietern kann man die Police mit einer Risiko-Lebensversicherung koppeln; im Paket kommt die doppelte Absicherung günstiger.

Die auf dem Markt zu findenden Tarife sind extrem unterschiedlich – man sollte also mehrere Angebote einholen. Hier gilt aber ausnahmsweise: Wichtiger als der nackte Preis ist das Kleingedruckte! Denn davon hängt ab, ob und wann die Versicherung zahlt.

Eine „abstrakte Verweisung“ (auf andere Jobs) wäre zum Beispiel negativ, ebenso eine lange „Karenzzeit“ (in der nicht gezahlt wird). Und für junge Leute ist die „Nachversicherungsgarantie“ wichtig: Damit können sie die Police ohne erneute Gesundheitsprüfung aufstocken.

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