Innovationen

Frischer Wind für Hessens Industrie


Umfrage zeigt: Hessische Betriebe investieren in die Zukunft

Wiesbaden. Die hessischen Unternehmen sind verhalten optimistisch. Sie sind entschlossen, errungene Positionen auf dem Weltmarkt zu erhalten. Wenn sich die Konjunktur erholt, will man weitere, neue Märkte erobern. So das erfreuliche Ergebnis einer Umfrage, die die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) auf dem Unternehmertag vorstellte.

An der Umfrage nahmen die hessischen Arbeitgeberverbände teil. Sie ste­hen für 50.000 Unternehmen und rund eine Million Beschäftigte über alle Branchen hinweg. „Sie alle haben die schwerste Rezession, die es für die aktuelle Unternehmergeneration gibt, offensichtlich als Herausforderung angenommen“, sagt VhU-Präsident Professor Dieter Weidemann.

Es wird viel getan, um sich durch Strukturanpassungen sowie Investitionen für die Zukunft fit zu machen. Zwei Beispiele aus der hessischen M+E-Industrie lesen Sie auf dieser Seite.

Im Frühjahr der erste Aufschwung?

Befriedigend empfinden lediglich Flughäfen und Zeitarbeits-Unternehmen die aktuelle Situation. Mehr als ein Drittel der Verbände, die ihre aktuelle Lage als schlecht bezeichnen, erwarten im Frühjahr einen ersten Aufschwung. Dazu zählen die Chemie, der Maschinenbau, Druck und Medien, Textil und der Luftverkehr.

Eine weiterhin schlechte Lage befürchten dagegen die Metall- und Elektro-Industrie, der Groß- und Einzelhandel, Gießereien sowie das Hotel- und Gastgewerbe.

Rund 1.100 Gäste waren der Einladung zum Hessischen Unternehmertag gefolgt. Weidemann begrüßte die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung: „Sie enthält wichtige Impulse für Wachstum und Strukturverbesserungen am Investitionsstandort Deutschland.“

Bezahlbarer Energie-Mix

Er nannte in diesem Zusammenhang unter anderem die Korrekturen bei der Unternehmen- und Erbschaftsteuer, die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung, die Rückkehr zu einem versorgungssicheren und bezahlbaren Energie-Mix und nicht zuletzt mehr Investitionen in Bildung.

Beispiel 1

Megatrends im Blickpunkt: Siemens will mit Umwelt-Technologien wachsen

Frankfurt. Michael Kassner ist Leiter Siemens Rhein-Main. Er sagt: „Siemens spürt die Krise, ist selbst aber nicht in der Krise. Denn wir haben bereits vorher begonnen, Siemens wetterfest zu machen.“

In einzelnen Geschäftsbereichen oder an bestimmten Standorten gibt es aufgrund der wirtschaftlichen Ent­wicklung Anpassungsbedarf. Kassner: „Da ziehen wir die notwendigen Konsequenzen. Gleichzeitig richten wir uns für die Zukunft aus.“

Die langfristige Strategie  von Siemens Rhein-Main setzt auf die „Megatrends“ Antworten auf den Klimawandel, auf den demografischen Wandel und die zunehmende Verstädterung.

Klima und Demografie

Ein überdurchschnittliches Wachstum verspricht sich der Konzern bei Umwelt-Technologien. Mittlerweile trägt der Siemens-Umweltbereich bereits 25 Prozent des Konzerngeschäfts bei.

Die Initiative für Ballungsräume und Städte – wie auch für die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main – zeigt zukunftsorientierte Gesamtlösungen auf.  Dies betrifft alle wesentlichen Elemente für eine nachhaltige Infrastruktur, wie Gebäude, Verkehr, Energie, Gesundheit, Sicherheit, Bildung oder auch öffentliche Verwaltungen.

Mit seinen 10.000 Mitarbeitern setzt Siemens in Rhein- Main bei Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service weiter auf Innovation und Fortschritt. Beide sind die Motoren des Geschäfts.

Kassner: „Wir stellen weiterhin die Kontinuität der Nachwuchsarbeit mit derzeitig mehr als 500  Auszubildenden sicher.“

Beispiel 2

Strom für Afrika: Hübner entwickelt neue Hybrid-Generatoren

Gießen. Fit für den Aufschwung fühlt sich auch die Johannes Hübner – Fabrik elektrischer Maschinen GmbH in Gießen.

Seit Jahrzehnten setzt der Familienbetrieb  (80 Mitarbeiter, Umsatz 2008 knapp 18 Millionen Euro) mit kreativen Ideen und Lösungen weltweite Maßstäbe in der Geber- und Antriebstechnik für die Schwer-Industrie.

„Nach einem Umsatzeinbruch zieht es bei uns langsam wieder an. Vor allem aus Asien und Südamerika haben wir wieder mehr Anfragen“, so Geschäftsführer Dieter Wulkow.

Bei Hübner wurden die entscheidenden Weichen für die Zukunft in den letzten Jahren gestellt und vom Boom­jahr 2008 begünstigt. So gestaltete die Firma ihre gesamte Produktpalette neu. Und am Stammsitz in Gießen wurde kräftig investiert und gebaut.

Generatoren für die Energie-Erzeugung gehören schon lange zum Produktprogramm. Darauf aufbauend entwickelten die Spezialisten eine Hybrid-Anlagen-Generation. Sie verbindet Windkraft, Solarenergie und Diesel-Generatoren sowie eine neue Technik zur Dieseleinsparung  miteinander.

Hilfen von der Politik

Wulkow: „Diese Anlagen werden überall dort benötigt, wo es heute noch keine Stromnetze gibt, also in großen Teilen von Af­rika, Südamerika, Asien und Australien.“ Aktuell entsteht im windreichen Vogelsberg ein Testfeld, um die neue HybridTechnik gemeinsam mit Mitarbeitern von Hochschulen testen und weiterentwickeln zu können.

ehr Hilfen von der Politik durch die steuerliche Begünstigung von Forschung und Entwicklung käme dem Betrieb wie gerufen. Wulkow hofft nun, trotz bekannter Bürokratie, auf zeitnahe Unterstützungen und entsprechende Fördermittel.

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Schlagwörter: Energie

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