Forschung

FIZ - Keimzelle der Zukunft


Wie man aus spannenden Ideen Arbeitsplätze macht

Frankfurt. In der Tiefgarage stapeln sich Möbel, der Aufzug ist mit Schonmatten wattiert. Schwer schnaufend tragen Handwerker eine dicke Glasscheibe für ein Hochsicherheitslabor vorbei: Alltag im Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie (FIZ). Dort ist man im Aufbruch – hin zu neuen Märkten, Produkten und Arbeitsplätzen.

Das futuristische Gebäude mit der gedrehten „Doppel-Helix“-Statue beherbergt Wissenschaftler und Ökonomen gleicher Forschungsgebiete. Sie alle haben eines gemeinsam: Ihre Vision aus der Welt der Träume holen, in die Realität versetzen und damit Geld verdienen. Dabei dient das FIZ als Nährboden: „Es mag sein, dass Software-Papst Bill Gates für den Aufbau seines Imperiums eine Garage reichte. Das Modell ist aber nicht übertragbar“, sagt FIZ-Geschäftsführer Christian Garbe.

Es geht um den Nutzwert der Ideen

Er stellt kleinen und mittleren Unternehmen professionelle Labors, Büro- und Konferenz-Räume sowie einen Empfang zur Verfügung. Und sorgt für das richtige Netzwerk: „Wir haben einen guten Draht zu Universitäten und Forschungsinstituten, aber auch zur Politik und ins Ausland“, erklärt er. Im Haus selber profitieren die Mitarbeiter voneinander, obwohl sie in unterschiedlichen Firmen arbeiten. Sie begegnen sich im Flur und in der Kantine, sie sehen sich bei Meetings und hausinternen Veranstaltungen. Dann fließen Informationen und man knüpft Kontakte, ohne die es in der Wirtschaft nicht geht: „Wir wollen nicht mit möglichst vielen Patenten und Innovationen prahlen. Hier geht es um den tatsächlichen Nutzwert der Ideen!“ , so Garbe.

Das junge Konzept, hinter dem das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und die IHK Rhein-Neckar stehen, trägt bereits Früchte: 2004 stand das Gebäude, 2006 war es ausgebucht. Man erweiterte – ruck, zuck waren auch diese Räume vergeben. Heute arbeiten 300 Frauen und Männer aus 15 Unternehmen am Standort. In wenigen Jahren soll sich ihre Zahl „mindestens verdoppeln“, hofft der Manager, der bereits neue Ausbaupläne mit privaten Projekt­entwicklern vorantreibt. Die Ideen der Jungfirmen haben Hand und Fuß.

Drei Beispiele:

Die „GFE Blut“, eine Neugründung von drei DRK-Blutspendediensten, entwickelt und produziert spezielle Tests, mit denen man Blutspenden schnell und sicher auf sechs Viren untersuchen kann. Ab 2010 wird die Hälfte des Blutspendeaufkommens Deutschlands mit diesem Verfahren untersucht.

„PharmaProjekthaus“ ist ein rasch wachsendes Unternehmen, das forschende Pharma- und Biotech-Unternehmen bei der klinischen Entwicklung von Arzneimitteln unterstützt. In nur fünf Jahren wuchs das Gründungsteam aus drei Partnern auf 23 Fachspezialisten  an.

Erbgut-Analyse für Privatpersonen

„bio.logis“ entschlüsselt das menschliche Erbgut und zeigt genetische Veranlagungen auf. Diese Kenntnis kann bei der Entscheidung medizinisch-therapeutischer Maßnahmen helfen. Ab Mitte des Jahres steht der Service in dieser Form erstmals auch Privatpersonen zur Verfügung. „Know-how-Makler“ Garbe ist zuversichtlich: „Wir bieten Ideen, den Forschern und Innovatoren die perfekten Rahmenbedingungen für die Zukunft.“

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