Urteil

Fernfahrer: Übernachtung im Lkw kann Steuern sparen

Alltag für Fernfahrer: die Nacht in der Schlafkoje. Bild: dpa

Dass es sich lohnen kann, in Steuerfragen hartnäckig zu sein, zeigt der Fall eines Kraftfahrers: Er gewann nun seinen Streit um das Steuerjahr 2007 vor dem Bundesfinanzhof (BFH). Das örtliche Finanzamt wie auch das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht hatten den Fall falsch beurteilt – und das gleich in zwei Punkten.

Zum einen ging es darum, ob der im internationalen Verkehr  eingesetzte Fernfahrer die in der Lkw-Schlafkabine verbrachten Nächte steuerlich geltend machen kann. Der Mann hatte dafür 5 Euro pro Nacht angesetzt. Und das geht in Ordnung, so der BFH: Auch bei Nächten im Lkw entstehen ja "typischerweise" bestimmte Kosten, etwa fürs Duschen oder die Reinigung der Schlafgelegenheit.

Nebenbei wiesen die Richter darauf hin, dass die normalen Übernachtungspauschalen für Auslandsreisen in so einem Fall natürlich nicht angewendet werden dürfen. Denn die sind deutlich höher – und das hätte dann zu einer "offensichtlich unzutreffenden" Besteuerung geführt.

Zum anderen stritten der Fernfahrer und sein Finanzamt über die Fahrtkosten von der Wohnung zum Lkw-Wechselplatz. Diese Kosten darf der Mann jetzt in tatsächlich angefallener Höhe als Reisekosten absetzen. Das Finanzamt hatte ihm dafür nur die Entfernungspauschale für "Fahrten zur Arbeitsstätte" zubilligen wollen – und lag daneben: Denn ein Laster ist keine "regelmäßige Arbeitsstätte" und der Lkw-Wechselplatz in diesem Fall keine "betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers".

(Bundesfinanzhof, 28.3.2012, VI R 48/11)


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