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Erst ab 13 darf man etwas Geld verdienen

Ferienjobs für Schüler: Welche Regeln Eltern da kennen sollten

Wenn Kinder und Jugendliche sich etwas dazuverdienen wollen, sind die Eltern oft erst mal ratlos: Was ist da eigentlich erlaubt? Gilt der Mindestlohn? Und wie ist das mit den Sozialbeiträgen? Unser Ratgeber klärt auf.

Klassischer Schülerjob: Zeitungen austragen, Prospekte verteilen. Foto: Adobe Stock

Klassischer Schülerjob: Zeitungen austragen, Prospekte verteilen. Foto: Adobe Stock

Berlin. Die Sommerferien sind lang, die Wünsche sind zahlreich, das Taschengeld ist oft knapp: Da liegt es für viele Schüler nahe, einen Teil der freien Zeit zum Jobben zu nutzen. So bessern die Teenager ihre Kasse auf und schnuppern zugleich mal in die Arbeitswelt. Aber natürlich gibt es bei uns auch dafür klare Regeln.

Zunächst gilt: Wer noch keine 18 Jahre alt ist, braucht für den Job auf jeden Fall das Einverständnis der Eltern. Doch auch damit können Schüler nicht einfach jede beliebige Arbeit übernehmen. So dürfen 13- und 14-Jährige höchstens zwei Stunden täglich leichte und kindgerechte Tätigkeiten ausüben, zum Beispiel Prospekte austragen oder Hunde ausführen.

Erst mit dem 15. Geburtstag erhöht sich das erlaubte Pensum auf bis zu 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich. Verboten bleiben körperlich schwere oder gefährliche Tätigkeiten sowie Akkordarbeit. Um spätestens 20 Uhr muss Feierabend sein, Samstag und Sonntag sind normalerweise arbeitsfrei – aber da sind Ausnahmen je nach der Branche möglich. Eine strenge Obergrenze gibt es hinsichtlich der jährlich erlaubten Arbeitszeit: Wer noch vollzeitschulpflichtig ist, darf höchstens vier Wochen im Jahr das Taschengeld aufbessern – entweder am Stück oder auf verschiedene Ferien verteilt.

Minderjährige haben keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn

Ferienjobs werden üblicherweise als Minijob mit einem Monatsverdienst von bis zu 450 Euro ausgeübt oder im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung. Die Bezahlung ist Verhandlungssache, Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn haben Schüler erst mal nicht – der gilt erst ab 18.

Ob der Teenager sein eigenes Einkommen versteuern muss, hängt auch von der gewählten Job-Variante ab. „Minijobs können in vielen Fällen frei von Abzügen bleiben“, erklärt Wolfgang Wawro vom Deutschen Steuerberaterverband. Anders kann es bei einer kurzfristigen Beschäftigung aussehen: Je nach Höhe des Einkommens führt der Arbeitgeber zunächst Lohnsteuer ab. „Das betrifft diejenigen, die mit ihrem Job mehr als 1.000 Euro monatlich verdienen“, so Wawro.

Die abgezwackten Steuern kann sich ein Jugendlicher aber normalerweise im Folgejahr per Steuererklärung zurückholen. „Wegen des jährlichen Grundfreibetrags von aktuell 9.000 Euro müssen nur darüber hinausgehende Einkünfte versteuert werden“, sagt der Experte.

Vom Lohn für den Ferienjob wird letztlich nichts abgezogen

Auch zur Sozialversicherung müssen meist keine eigenen Beiträge geleistet werden. Im Falle eines Minijobs überweist der Arbeitgeber einen Pauschbetrag an die Minijobzentrale, der auch Beiträge an die Sozialkassen enthält. Der Minijobber selbst ist zwar grundsätzlich rentenversicherungspflichtig, kann sich von eigenen Beiträgen aber befreien lassen.

Auch der Ferienjob als kurzfristige Beschäftigung ist automatisch sozialversicherungsfrei (die Obergrenze liegt da bei drei Monaten beziehungsweise 70 Tagen im Jahr). „Auf die Höhe des Verdiensts kommt es hierbei gar nicht an“, betont Wawro.

Und beruhigend für Eltern: Auch fürs Kindergeld ist es inzwischen völlig egal, wie viel ein jobbender Sprössling in den Ferien verdient.

Wer mehr zum Thema wissen will, wird in einer kostenlosen Broschüre des Arbeitsministeriums fündig. Der Link bmas.de führt direkt zum Download.


Was junge Eltern wissen sollten, um kein Geld zu verschenken:

Früher konnte man Kindergeld jahrelang rückwirkend kassieren. Damit ist es jetzt vorbei! Auf die neue Rechtslage sollten auch Eltern von erwachsenen Kindern reagieren – und mal prüfen, ob sich ein erneuter Antrag lohnt.

Frauen, die konkret Nachwuchs planen, sollten erst mal die Steuerklasse wechseln. Hört sich seltsam an – ist aber ein juristischer Tipp, der vielen Paaren viel Geld bringt! AKTIV erklärt die Sache mit dem erlaubten Trick.

Simon K. aus dem Landkreis Böblingen: Meine Frau ist schon seit über einem Jahr in Elternzeit, sie hatte Anspruch auf den maximalen Elterngeld-Satz. Wenn wir nun ein zweites Kind bekommen sollten – richtet sich das Elterngeld dann nach dem letzten Monatsnetto vor der ersten Elternzeit? Oder wird da strikt mit den zwölf Monaten vor der zweiten Geburt gerechnet?

Wie viel Netto vom Brutto bleibt, hängt auch von der Steuerklasse ab. Ehepaare sollten daher wissen, wie oft man die Steuerklasse wechseln darf, wie das geht und wann das sinnvoll ist. Wir haben einen Experten gefragt.

Sie erhöhen später die Rente: Kindererziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten. Letztere sind allerdings kaum bekannt. Und was die wenigsten wissen: Bei beiden Zeiten müssen vor allem junge Väter aufpassen.

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