Konsumklima

Ferien-Alarm!

Sommer 2012: Die Deutschen lassen es krachen


Wir sind Europameister: „Die Deutschen gewinnen erstmals den Titel als spendabelste Urlauber.“ Das teilt der Pariser Notfall-Dienstleister Europ Assistance mit, der seit zwölf Jahren per Umfrage ein „Urlaubsbarometer“ erstellen lässt. Ihre Sommerreise wollen sich die Bundesbürger demnach 10 Prozent mehr als im Vorjahr kosten lassen: 2 472 Euro pro Haushalt. Damit liegen sie auf Platz eins der untersuchten Länder (zu denen etwa England, Frankreich und Italien zählen) – wie gesagt: erstmals. Zwar bleiben die Antworten derer, die jetzt gar nicht verreisen, hier außen vor. Trotzdem zeigt das Urlaubsbarometer ganz gut die Stimmung an: Die Schuldenkrise in Euro-Land lässt deutsche  Verbraucher kalt.

Flachbild-Fernseher sind gefragt


Das merkt auch die Nürnberger Marktforschungsfirma GfK. Das Konsumklima sei im Mai „überaus stabil“ gewesen und werde sich auch im Juni nicht verschlechtern. Ein Grund: Wie der öffentliche Dienst haben nun auch die großen Industriezweige Metall und Elektro sowie Chemie Entgelterhöhungen vereinbart, die deutlich über der Teuerungsrate liegen. Die von der GfK erhobene „Anschaffungsneigung“ ist nach wie vor recht hoch, denn: „Eine stetig besser werdende Beschäftigungslage sorgt für Planungssicherheit.“ Besonders große Kauflust erregen im Moment Flachbild-Fernseher – und natürlich Immobilien. Deren Finanzierung ist ja so günstig wie selten. „Die Inflationsrate von rund 2 Prozent gegengerechnet, gibt es Immobilienkredite aktuell gratis“, so spitzt der Bielefelder Baugeld-Vermittler Enderlein die Marktlage zu. Laut aktuellem Monatsbericht der Bundesbank wird die Baubranche „signifikant“ zum Wachstum beitragen. „Die ausgesprochen gute Lage am Bau strahlt überdies auf andere Wirtschaftsbereiche aus.“

Privater Verbrauch stützt Konjunktur


Die Pariser Industriestaaten-Denkfabrik OECD hat ihre Prognose für Deutschland erhöht: Das Bruttoinlandsprodukt werde 2012 um 1,2 Prozent wachsen, angeschoben durch privaten Verbrauch. „Ab der Jahresmitte werden deutsche Konsumenten wieder öfter ihre Brieftaschen zücken und mehr Geld ausgeben“, erwartet OECD-Experte Andreas Wörgötter.

Allerdings nur für den Fall, dass sich die Schuldenkrise nicht noch verschärft. Die Stimmungsexperten von der GfK wissen ebenfalls: „Sollten sich die Ereignisse um Griechenland und andere Euro-Länder weiter zuspitzen, könnte das die positive Konsumkonjunktur schnell zum Stillstand bringen.“


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