Bekleidung

Fehlerfrei verpackt


Wie Strümpfe in den Supermarkt kommen

Rheine. Über dem Fließband leuchtet eine rote Zahl: 3. Elisabeth Wicht holt drei Päckchen mit beigen Kniestrümpfen aus einer Kiste, legt sie in den Karton vor ihr, drückt auf einen Knopf – die „3“ erlischt. Weiter geht’s: Sechs Paar schwarze Baumwollsöckchen... Rasch füllt sich der Karton mit Socken, Strumpfhosen und Damenunterwäsche. Bis die Anzeige signalisiert: Fertig! Ab zum Verpacken und zur Spedition.

So werden im Zentrallager der Firma NUR DIE im münsterländischen Rheine täglich knapp eine halbe Million Teile allein an die Supermärkte und Drogerien in Deutschland und Österreich verschickt. Etwa 10.000 Teile pro Tag gehen an den Fachhandel.

„Mithilfe der Elektronik haben wir die Zahl der Griffe, die ein Mitarbeiter in einer Stunde schafft, im Vergleich zur manuellen Kommissionierung verdoppelt“, erklärt Logistik-Leiter Uwe Sievers. Und betont: Fehler gebe es so gut wie keine mehr.

Außendienst mit Mini-Computer

Früher wurde in Rheine auch produziert, heute steht in den Hallen die Logistik im Mittelpunkt. Rund 120 Mitarbeiter verteilen die andernorts hergestellte Ware. Sie sorgen dafür, dass zum Beispiel zu Beginn der warmen Jahreszeit genügend helle Strumpfhosen und bunte Söckchen in den Regalen liegen. Und wenn der Supermarkt in Kleinkleckersdorf nur zehn Paar pro Monat abnimmt: Auch die müssen pünktlich da sein.

NUR DIE ist Marktführer bei Textilien, die über den Lebensmittelhandel abgesetzt werden. Zum Unternehmen gehören auch 200 freie Außendienstler, die das Sortiment in den Geschäften ihrer Gegend pflegen: „Die kennen ihren Markt am besten, deshalb entscheiden sie, was bestellt werden soll“, sagt Geschäftsführer Christian Vetter.

„Diese persönliche Kundenbetreuung ist sehr traditionell – aber wir machen das mit modernster Technik.“ Und zwar mit mobiler Datenerfassung. Jeder Außendienstler hat einen Mini-Computer, mit dem er Termine plant, die Barcodes der 1.700 Strick- und WäscheArtikel scannt und die Mengen eintippt. Abends landen die Daten in der Zentrale.

Die Verbindung von mensch- lichem Know-how mit moderner Rechen-Power bringt mehr Umsatz: „Kommissionieren ist viel Handtätigkeit, solche Arbeiten werden meist aus Deutschland ausgelagert“, weiß Vetter. Hier aber nicht, im Gegenteil! Die französische Konzernmutter versendet seit Mai noch mehr Produkte als bisher von Rheine aus.

„Sie will die hiesige Servicequalität für alle Marken in Deutschland“, freut sich Finanzchef Josef Blömer. Das bringe am Standort ein halbes Dutzend zusätzlicher Arbeitsplätze.

Info: NUR DIE

Die NUR DIE GmbH ist Teil der französischen DBA-Gruppe. In der Zentrale in Rheine arbeiten insgesamt 400 Mitarbeiter. Zur Firma gehören zudem drei Werke im bayerischen Schongau, in der Slowakei und Sri Lanka. NUR DIE erlöst gut 130 Millionen Euro Jahresumsatz.

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