Auslandsinvestitionen stärken das Inland

FC Bayern wird global

In Extase: Chinesische Fans bei einem Bayern-Auftritt in Guandong. Foto: Getty

München. Ob man ihn mag oder nicht: Der FC Bayern weiß, wie Erfolg geht. Nachdem es auf dem Fußballplatz immer langweiliger wird, startet er eine neue Offensive: Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will ihn an die Weltspitze bringen – als Wirtschaftsunternehmen.

Dazu eröffnet der Klub jetzt Niederlassungen in New York und in der chinesischen Boom-Provinz Guandong. „Wir wollen Marke, Produkt und Mannschaft noch stärker positionieren“, sagt Jörg Wacker. Er wurde geholt, um die Internationalisierung voranzutreiben.

Eine Strategie, die viele Firmen verfolgen – und zwar durchaus zum Vorteil für das Inland: „Investitionen im Ausland kommen weiterhin dem heimischen Standort zugute“, stellt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag fest.

Er befragte letztes Jahr 2.500 Industrie-Unternehmen – und erhielt ein klares Ergebnis: Wer im Ausland aktiv ist, investiert im Durchschnitt auch in Deutschland mehr. Und davon profitieren auch die Mitarbeiter. „Betriebe mit Auslandsinvestitionen“, heißt es in der Untersuchung, „wollen hierzulande ihre Belegschaft sichtlich stärker ausbauen als Betriebe ohne solche Pläne.“

Und was sind die beliebtesten Zielmärkte? Genau: Amerika und China.

Ob deutscher Meister oder deutsche Industrie – Heimspiele sind nur die halbe Miete für die Schlussbilanz, das Spielfeld ist die Welt. Die niedrigen Zinsen machen das Investieren zusätzlich attraktiv.

Beim FC Bayern mündet das nicht nur in Auslandsbüros, sondern in eine digitale Strategie: Für maximale Reichweite versorgt er Fernsehsender, Online-Portale und soziale Netzwerke aller Kontinente kostenlos mit Beiträgen über seine Stars. Das bringt Einnahmen durch neue Sponsoren, TV-Vermarktung und Fan-Artikel – also Geld für noch besseres Personal und noch mehr Tore.

Nach Triple und Weltpokal rückt damit ein fünfter Titel näher: Platz eins in der „Football Money League“ der umsatzstärksten Klubs. Da steht Bayern, hinter Real Madrid und dem FC Barcelona, auf Platz drei. Noch.


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