Tipp der Woche

Faustregeln für die Vorsorge


Wie man instinktive Fehler vermeidet

Das Eichhörnchen muss nicht lange nachdenken. Es weiß instinktiv: Sammelt es im Herbst nicht genug Vorrat, droht ihm im Winter der Hungertod.

Für uns Menschen ist der Sachzwang zum Glück nicht so brutal – verhungern muss in unserem Sozialstaat ja niemand mehr. Aber leider ist der Instinkt in Sachen Vorsorge bei vielen Zeitgenossen auch nicht sehr ausgeprägt: Da zahlt so mancher 50 Euro im Monat zum Beispiel in einen Bausparvertrag ein, obwohl sein Girokonto stets im Minus dümpelt... AKTIV möchte die Sinne schärfen und an ein paar Faustregeln für private Finanzen erinnern.

Schrittweise nach oben

Die Sache mit der Vorsorge und dem Vermögen kann man sich als Treppe mit hohen Stufen vorstellen: Wer heile oben ankommen will, sollte keine Stufe überspringen.

Schritt 1: Der Schutz vor existenziellen Risiken. Arbeitnehmern nimmt die Sozialversicherungspflicht dabei einen Teil der Sorge ab. Bleiben drei Policen, um die man sich selbst kümmen muss: Eine Haftpflichtversicherung sollte jeder haben. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für die meisten sinnvoll. Und wer kleine Kinder oder andere finanziell abhängige Angehörige hat, der sorgt für sie mit einer Risikolebensversicherung vor.

Schritt 2: Der Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto. Verbraucherschützer empfehlen zwei bis drei Gehälter.

Schritt 3: Die Tilgung von Schulden. Egal, um welchen Betrag es geht: Die Kreditzinsen sind praktisch immer teurer als das, was man mit irgendeiner Anlageform erwirtschaften kann – zumal Kapitalerlöse ja steuerpflichtig sind.

Schritt 4: Der Aufbau von Vermögen etwa für die Altersvorsorge. Klare Sache, dass Arbeitnehmer hier zunächst auf massiv vom Staat geförderte Anlagen setzen: Das sind die betriebliche Altersvorsorge (zum Beispiel durch Entgeltumwandlung, auf die jeder einen Rechtsanspruch hat). Und die Riester-Rente, die es nun auch in einer Sonderform für Häuslebauer gibt. Über diese Sparformen hat AKTIV ja schon vielfach berichtet.

Hoher Ertrag heißt hohes Risiko

Vorsicht ist geboten, wenn einem Bekannte von einer todsicheren Anlage mit Spitzenrendite vorschwärmen: So etwas gibt es gar nicht! Hoher Ertrag bedeutet stets entsprechend hohes Risiko. Um das zu verstehen, muss man sich nur ansehen, wie tief die Zinsen für Bundesschatzbriefe sind – und wie hoch die für griechische Staatsanleihen.

Was man schließlich bei jedem größeren (Geld-) Geschäft tun sollte:

Mehrere Angebote einholen und vergleichen, noch mal drüber schlafen – und dann nichts unterschreiben, was man nicht wirklich verstanden hat.


Info: Rücklagen

Frische Farbe für die Fassade, ein neuer Heizkessel, eine Dachsanierung: Früher oder später kommt so etwas auf jeden Immobilienbesitzer zu. Eigenheimer sollten dafür Rücklagen bilden – am besten auf einem separaten Konto. Beim Eigentümerverband Haus & Grund heißt es dazu: „Wir empfehlen 50 Cent bis 1,50 Euro pro Quadratmeter und Monat, je nach Zustand des Hauses.“

Wohnungseigentümer werden zwar automatisch von der Verwaltung zur Kasse gebeten. Eine „angemessene Instandhaltungsrückstellung“ ist gesetzlich vorgeschrieben. Aber Achtung: Bei schlechter Vorausplanung oder plötzlichen Schäden können trotzdem Sonderumlagen fällig werden.

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