Firmen-Umfrage

Fast alle Metall- und Elektro-Betriebe sind offen für Flüchtlinge als Mitarbeiter

Hannover. Niedersachsens Metall- und Elektro-Betriebe (M+E) stehen bereit, um Flüchtlinge in den Arbeitsalltag einzubeziehen. Fast alle können es sich grundsätzlich vorstellen, Flüchtlinge zu beschäftigen. Allerdings sehen sie dabei noch einige Hürden, die zunächst überwunden werden müssten.

Dieser Befund ergibt sich aus einer Umfrage von rund 370 Mitgliedsunternehmen durch die Arbeitgeberverbände Niedersachsenmetall und IN-Metall. Demnach haben immerhin schon heute 10 Prozent der M+E-Unternehmen Flüchtlinge in ihren Belegschaften. Andererseits äußern sechs von zehn Unternehmen die Einschätzung, dass die aktuelle Migrationswelle wohl keine maßgebliche Entspannung beim Problem des Fachkräftemangels bringen werde.

Auf die Frage, wo die Schwierigkeiten bei der Beschäftigung von Flüchtlingen lägen, antworteten 68 Prozent „mangelnde Sprachkenntnisse“, 33 Prozent „Anerkennung der Abschlüsse“, 28 Prozent „Unplanbarkeit wegen Risiko einer Abschiebung“ und 17 Prozent „Behördengänge“.

Die Verbände begrüßen die auf Landes- und Bundesebene laufenden Initiativen, den Einstieg von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zu erleichtern: Arbeit sei schließlich „maßgeblich für die langfristige Integration derjenigen, die derzeit in Deutschland Schutz und eine Zukunft suchen“.

Dabei geht es zum einen um das Abschaffen der sogenannten Vorrangprüfung – wonach ein Asylbewerber oder Geduldeter nur dann eingestellt werden darf, wenn sich für eine Stelle kein Deutscher oder EU-Ausländer findet. Zum anderen sollte das Verbot aufgehoben werden, Flüchtlinge als Zeitarbeitnehmer zu beschäftigen.

Schließlich sei auch Zeitarbeit „ein wichtiger Baustein, um Menschen den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, betonen die Verbände. „Fast zwei Drittel der Menschen, die über Zeitarbeitsfirmen in Jobs vermittelt werden, waren zuvor arbeitslos.“ Man dürfe aber nicht vergessen, dass es allein in Niedersachsen noch immer 100.000 Langzeitarbeitslose gebe, die es zu integrieren gelte.

Durchaus Chancen sieht die Metall- und Elektro-Industrie in Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle auch im Bereich der Nachwuchsgewinnung. Man ist daran interessiert, junge Neuankömmlinge nach Möglichkeit an die duale Ausbildung aus Betrieb und Berufsschule heranzuführen. Derzeit gebe es zu wenig qualifizierte Bewerber – „Migration bietet die Möglichkeit, die Lücke zu verkleinern“.


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