Auto

Familien-Treffen


Zwei Generationen, zwei Alltagsautos: Wie Komfort und raffinierte Technik immer erschwinglicher werd

Begegnung auf einer romantischen Allee: Zwischen dem 1200er VW Käfer und dem Golf 6 liegen 53 Jahre Fortschritt in der Automobil-Industrie. Als der rundliche Hellblaue vom Fließband lief, waren das Antiblockiersystem ABS und das Stabilitätssystem ESP noch völlig undenkbar. Sein junger Verwandter, der Golf, bietet beides serienmäßig.

Navi? Das war früher der Auto-Atlas!

Das Familientreffen zweier Alltagsautos: Es zeigt, dass Komfort und Technik nicht nur ständig verbessert wurden. Sie wurden auch immer erschwinglicher.

Eine Entwicklung, die auch das Elektro-Auto nehmen könnte. Noch klingt das Ziel von Bundeskanzlerin Angela Merkel wie Zukunftsmusik: Bis 2020 sollen bei uns eine Million Pkws mit Strom fahren, so die gerade von ihr gestartete „Nationale Plattform Elektromobilität“.

Und das, obwohl ein Kleinwagen, der am Stecker „auftankt“, 40.000 Euro kostet. Die Batterie macht ihn teuer. Doch das kann sich ändern.

Ein Blick in den Rückspiegel der Autogeschichte zeigt: Für immer mehr Auto müssen die Deutschen immer kürzer arbeiten. 1957 kostete der Käfer 3.790 D-Mark (1934 Euro). Ein Durchschnittsverdiener brauchte für diese Summe damals 1914  Stunden.

Innen Blech und Zweispeichen-Lenkrad Mit 30 PS schaffte der Wagen 112 Stundenkilometer, schluckte 8 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Als Navi diente der dicke Auto-Atlas.

Dagegen der Golf. Das Basismodell kostet 16.850 Euro. Da die Nettolöhne stärker gestiegen sind als die Autopreise, muss man dafür im Durchschnitt nur noch 1199 Stunden arbeiten.

Dafür gibt es ABS und Co. 80-PS-Maschine, Tempo 172. Verbrauch: 6,4 Liter Benzin. Die ebenso serienmäßige Klima-Anlage hätten Käfer-Käufer von einst wohl für unmöglich gehalten.

Die gleiche Entwicklung gibt es beim Zubehör. Als Blaupunkt 1989 sein erstes Navi herausbrachte, war die beste Zeit des Käfers vorbei. Das Straßennetz auf dem Display erinnerte an das Schnittmuster einer Bluse. Und mittendrin ein grünes Sternchen: das Ziel. Das Navi kostete umgerechnet 4.500 Euro. Heute gibt es Begleiter mit viel besserer Anzeige schon für unter 100 Euro.

Telefonieren aus dem Auto? Dank Handy und Freisprechanlage kein Problem. Das erste Autotelefon von 1952 aber wog 16 Kilo bei einem Preis von umgerechnet 7.650 Euro.

Für Fans zählen andere Werte

Und die Hersteller bauen zunehmend Totwinkel-Warner und Spurhalte-Assistenten ein. ESP gibt es bereits in 70 Prozent der Neuwagen. In 30 Prozent steckt eine Einparkhilfe.

Für die Oldtimer-Enthusiasten Sascha Schneller und Kat­rin Müller aus Wachtberg bei Bonn, die liebevoll ihren 1200er Käfer pflegen, zählen dagegen ganz andere Werte. Die runde Form, die einfache Technik – und die legendäre Zuverlässigkeit des luftgekühlten Motors. Schneller sagt voller Stolz: „Der springt immer an.“ 

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