Tipp der Woche

Falls der Urlaub baden geht


An fernenSträndenplantschen: Für viele Zeitgenossen das Pflichtprogramm im Sommerurlaub. Foto: Vario Images

Storno, Rücktritt, Umbuchung: Was Sie darüber wissen sollten

Sie stehen praktisch schon mit gepackten Koffern in der Tür – da wird ein Angehöriger krank. Schnell ist klar: Sie wollen zu Hause bleiben. Aber was gilt in so einem Fall für die gebuchte Reise?

Erstens kann in aller Regel einfach jemand anderes als Ersatzperson einspringen. Dieser wenig bekannte Ausweg nennt sich „Vertragsübertragung“ und ist speziell für Reisen im Paragraf 651 b des Bürgerlichen Gesetzbuchs festgeschrieben.

Je später, desto teurer

Laut Carmen Gahmig, Expertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, kann der Reiseveranstalter in so einem Fall allerdings bis zu 30 Euro extra verlangen, „beispielsweise für eine Umbuchung und die Ausstellung einer neuen Reisebestätigung“.

Die zweite Lösung: Der klassische „Rücktritt“ von der Reise. „Dafür darf eine Stornogebühr verlangt werden“, weiß Gahmig. „Wer bis 30 Tage vor Reisebeginn zurücktritt, muss schon mit Kosten bis zu 20 Prozent des Reisepreises rechnen.“ Generell gilt: Je später der Rücktritt, desto höher  die  Stornogebühr.

In unserem Fall des erkrankten Angehörigen würde übrigens eine Reiserücktrittskostenversicherung in die Bresche springen – wenn sie denn abgeschlossen worden ist. Je nach Vereinbarung wird aber ein „Selbstbehalt“ abgezogen.

Kostenfrei stornieren darf, wer nach Vertragsabschluss plötzlich über 5 Prozent mehr für die Tour zahlen soll.

Grundsätzlich sind Preiserhöhungen nämlich durchaus möglich – Klarheit darüber verschafft die Lektüre der „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ (AGB) des Anbieters.

Wobei der Reisepreis nachträglich nur aus gutem Grund steigen darf – wenn sich beispielsweise Wechselkurse ändern, Kerosin teurer wird oder ein Hafen höhere Gebühren verlangt. Wer erst vier Monate vor Beginn seines Urlaubs bucht, ist auf der sicheren Seite: Erhöhungen sind laut Gahmig dann nicht mehr erlaubt.

Die dritte Möglichkeit für den Fall der Fälle: die Umbuchung. „Darauf hat man allerdings keinen Anspruch“, sagt die Expertin; der Veranstalter müsse der Umbuchung auf einen anderen Zeitpunkt oder zu einem anderen Ziel zustimmen. „Und er darf dafür ein Umbuchungsentgelt fordern, bis zu 30 Euro pro Reise.“

Keine Bedenkzeit bei Internet-Buchungen

Deutlich komplizierter ist die Lage übrigens für Individualreisende: „Denn hier gibt es meist viele unterschiedliche Vertragspartner – und es muss geklärt werden, welches Recht gilt“, so die Verbraucherschützerin. Ein Tourist, der sein Hotel in den USA direkt bucht, schließt einen Vertrag mit dem Hotelier: In diesem Beispiel würde US-Recht gelten.

Bei einer Buchung per Internet entfällt übrigens das für viele andere Fälle gültige zweiwöchige Widerrufsrecht des Kunden. „Eine im Internet gebuchte Reise kann also nicht einfach widerrufen werden“, warnt Gahmig.

Online-Buchung: Goldene Regeln

Gerade ist die zweite Auflage einer Broschüre erschienen, die Tipps für Online-Verträge gibt: „12 goldene Regeln für Reisebuchungen im Internet“. Dieses Heft der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kann kostenlos aus dem Netz gefischt werden – der Link: www.verbraucherzentrale-rlp.de/mediabig/62561A.pdf

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang