Jetzt wird’s nett

Fahrgäste der Bahn profitieren von mehr Wettbewerb auf der Schiene und durch Fernbusse

Abfahrt: Auch im Fernverkehr der Bahn stehen die Zeichen auf Veränderung. Foto: dpa

Berlin. Aller Kritik über verspätete und überfüllte Züge zum Trotz: Das Angebot auf Deutschlands Schienen ist besser denn je. Im Regionalverkehr steigerten die Deutsche Bahn und ihre Wettbewerber die Fahrleistung auf zuletzt 640 Millionen Kilometer im Jahr – das sind 140 Millionen Kilometer mehr als 1994, dem Jahr der großen Bahnreform.

Seitdem bewerben sich der Staatskonzern und private Anbieter in Ausschreibungen um regionale Strecken. Auf über ein Viertel ist der Marktanteil der Privaten bereits gestiegen. Jüngster Coup: Das S-Bahn-Netz der Metropolregion Nürnberg mit jährlich 7,2 Millionen Zugkilometern ging an die britische National Express Rail.

„Der Wettbewerb hat den Markt aufgerüttelt“, stellt Marion Jungbluth vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin fest: Komfortablere Waggons, kürzere Fahrzeiten dank schnellerer Züge und dichter getaktete Fahrpläne zogen im vergangenen Jahr 2,5 Milliarden Fahrgäste an – ein Plus um 500 Millionen innerhalb von zehn Jahren.

Damit die Zahlen weiter steigen, geht die Bahn in die Offensive. Rund 350 neue Haltestellen will ihre Tochterfirma Station & Service am Streckennetz einrichten. Vor allem Pendler auf dem Weg von Wohn- in Gewerbegebiete sollen in den nächsten Jahren angelockt werden.

Investiert wird auch im Fernverkehr. „Zuverlässigkeit und Reisequalität“ sind der Bahn nach eigenen Worten Hunderte Millionen wert.Schließlich stehen auch die ICE- und Intercity-Verbindungen unter Druck. Dort steigen deutlich weniger Fahrgäste ein, weil es die preiswerten Fernbus-Linien gibt.

Die Fernzüge sollen künftig wieder alle deutschen Großstädte anfahren und begehrte Strecken wie Berlin–Ruhrgebiet häufiger bedienen, möglichst im Halbstundentakt. So wird auch das Umsteigen vom Fern- auf den Regionalverkehr erleichtert. Und ausgewählte Intercitys soll man mit den Tickets von Verkehrsverbünden nutzen können.

Bahnchef Rüdiger Grube gibt sich zuversichtlich: „Wir holen mehr Reisende denn je auf die Schiene!“


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