In etlichen Berufen sind Facharbeiter kaum zu finden

Extrem gefragt: Kältetechniker, Altenpfleger, Bauelektriker und Mechatroniker


Engpass in der Altenpflege: Auf drei offene Stellen kommt nur eine arbeitslos gemeldete Fachkraft. Foto: dpa

Köln. Darüber, wie viele Ingenieure dem Land fehlen, wird seit langem diskutiert. Die „Kältetechniker-Lücke“ dagegen hat bisher nicht gerade für Schlagzeilen gesorgt – dabei werden gerade solche Facharbeiter händeringend gesucht.

Für etliche, meist technische Lehrberufe gilt: Die Betriebe finden nicht genug gute Leute. Detailliert zeigt das eine druckfrische Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) auf.

Für ihre „Engpass-Analyse“ haben sich die Ökonomen das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen angesehen, Basis waren Daten der Bundesagentur für Arbeit. Sehr seltene Berufe blieben außen vor.

Oft kommen nicht einmal 50 Arbeitslose auf jeweils 100 gemeldete freie Stellen

„Im Bereich der Facharbeiter haben wir 284 Berufsgattungen untersucht“, erklärt IW-Forscherin Vera Demary, „in 58 davon gab es Ende 2012 einen Engpass.“

In vielen Fällen reicht die Anzahl der arbeitslos gemeldeten Fachkräfte sogar nicht einmal theoretisch aus, um die gemeldeten offenen Stellen zu besetzen – selbst wenn alle Betroffenen bereit wären, für einen Job von Flensburg nach Garmisch umzuziehen.

Extrem schwer zu finden sind, neben den schon erwähnten Kältetechnikern: Fachkräfte für Altenpflege, Bauelektriker, Mechatroniker, Lokführer, Hörgeräteakustiker, Fachkräfte für elektrische Betriebstechnik sowie für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Hier kommen bundesweit nicht einmal 50 Arbeitslose auf jeweils 100 offene Stellen!

„Und es wird ja längst nicht jede freie Stelle gemeldet“, so Demary, „viele Arbeitslose sind zudem nicht sehr mobil. Andererseits kann man oft Kräfte mit verwandten Ausbildungen einsetzen. Alles in allem dürften die Engpässe aber sogar eher noch größer sein, als unsere Analyse jetzt aufzeigt.“

Wer wissen will, wie es um die Lage im eigenen Berufsfeld steht, kann die Studie auf der Seite fachkraeftesichern.de gratis einsehen.

Übrigens: Manche Indus­trie-Branchen können sich etwas zurücklehnen – „in den Berufsfeldern Glas und Keramik, Papier und Druck sowie Textil und Leder“ konnten die Forscher aktuell keine Engpässe finden.

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