„Der Schwarze Kontinent ist kein Elendsgebiet“

Experten-Interview: Afrika ist mehr als Ebola

Berlin. Die Ebola-Epidemie hat das Afrika-Bild hierzulande wieder schwarz gefärbt. Doch: Die Wirtschaft des Kontinents ist auf gutem Weg, sagt Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft.

Ebola zeigt: Afrika ist immer noch der verlorene Kontient. Richtig?
Definitiv nicht. Es gibt natürlich noch große Probleme wie aktuell Ebola. Positiv aber ist: Seit Jahren wächst Afrikas Wirtschaft um durchschnittlich etwa 5 Prozent pro Jahr.

Was ja an rücksichtslos ausgebeuteten Rohstoffvorkommen liegen dürfte …
Das stimmt so nicht mehr. Zuletzt machten Rohstoffe weniger als die Hälfte der afrikanischen Exporte aus.

Fragt sich, ob vom Wachstum auch was bei der Bevölkerung ankommt.
In steigendem Maße. Die Weltbank zählt bereits 350 Millionen Afrikaner zur konsumierenden Mittelschicht. Tendenz steigend. Zudem investieren immer mehr Länder die Gewinne aus dem Rohstoffverkauf in bessere Schulen, Gesundheits- und Energieversorgung. Was wiederum Wachstum erzeugt. Der Eindruck, ganz Afrika sei ein Elendsgebiet, ist falsch.

Was muss passieren, um Entwicklungsperspektiven langfristig zu sichern?
Es braucht weiterhin massive Investitionen in die Infrastruktur. Ohne mehr Straßen beispielsweise kommt die Industrialisierung nicht voran. Und die Ausbildung der vielen jungen Menschen muss verbessert werden.

Welche Rolle spielt die deutsche Wirtschaft?
Deutsche Unternehmen sind durchaus präsent, beschäftigen dort etwa 200.000 Menschen. Andere Länder aber sind dort viel aktiver. Wir könnten da also mehr tun, gerade weil Deutschland und seine Produkte in Afrika einen sehr guten Ruf haben.


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