Zwei Jahre ohne Milchquote

Experte: „Der Milchmarkt erholt sich“

Deutschlands größtes Molkereiunternehmen, das Deutsche Milchkontor (DMK), hat die Preise für Erzeuger erhöht. Was bedeutet das für die Branche? AKTIV fragte Sascha Weber, Experte am staatlichen Thünen-Institut für Marktanalyse.

Sascha Weber, Experte am staatlichen Thünen-Institut für Marktanalyse. Foto: Thuenen-Institut

Sascha Weber, Experte am staatlichen Thünen-Institut für Marktanalyse. Foto: Thuenen-Institut

Milchvieh: Das Überangebot an Milch hat sich in der Krise reduziert. Foto: Straßmeier

Milchvieh: Das Überangebot an Milch hat sich in der Krise reduziert. Foto: Straßmeier

Die DMK zahlt den Milchbauern mehr Geld. Erleben wir eine Trendwende auf dem zuletzt angespannten Milchmarkt?

Wir sind auf einem aufsteigenden Ast. Das Überangebot in der Milchkrise hat sich in der Vergangenheit wieder reduziert. Die Preise steigen, insbesondere für Milchfett, das wichtig für die Produktion von Butter und Käse ist.

Und was hat das für Folgen für die Verbraucher?

Da sich die allgemeine Marktentwicklung ja verbessert hat, konnten die Molkereien Preissteigerungen für den Lebensmitteleinzelhandel durchsetzen. Also müssen die Verbraucher für Milchprodukte auch etwas mehr Geld ausgeben. Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch, wie sich der Weltmarkt entwickelt.

Und wie sieht da der Trend aus?

Es ist zwar so, dass die USA und Neuseeland gerade ungewöhnlich viel Milch produzieren und exportieren. Aber die entsprechende Nachfrage ist auch da.

Und wie geht es den heimischen Bauern – gut zwei Jahre nach Ende der Milchquote?

Der Markt wurde ja über einen sehr langen Zeitraum durch die Quote stark reguliert. Viele Betriebe mussten in der neuen Wettbewerbssituation aufgeben, weil sie keine betriebswirtschaftliche Perspektive mehr sahen. Und dieser Strukturwandel wird sich erst mal fortsetzen, aber verlangsamen.


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