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Exit aus dem Brexit: Briten werden zu Deutschen

Reisepässe: Viele fahren jetzt lieber zweigleisig. Foto: dpa

Noch ist nicht sicher, ob Großbritannien nach dem Referendum vom 23. Juni wirklich aus der EU austritt. „Ich würde nicht auf den Brexit wetten“, öffnet der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger das Fantasie-Fenster für eine überraschende Wendung.

Doch einige wollen nicht abwarten und Tee trinken. Sie gehen auf Nummer sicher. Aus London ist zu hören: Bis Dezember muss auf einen Termin warten, wer bei der Botschaft der Bundesrepublik einen deutschen Pass beantragen will. Die Anfragen haben sich verzehnfacht, auf 200 am Tag. Man scannt den Stammbaum nach einem deutschen Ahnen und wird statt Ex-EU-Bürger lieber ein „Kraut“.

Der persönliche Exit aus dem Brexit – er verkehrt den Slogan der Austrittsbefürworter („Make Britain great again“) tendenziell in sein Gegenteil. Auch andere EU-Länder melden verstärkt Pass-Anfragen, am meisten Irland, wo es schon im Monat vor der Abstimmung 91.000 waren: Gut 6 Millionen Briten haben irische Vorfahren. Und 16,1 Millionen haben nicht gegen, sondern für die EU gestimmt.


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Für die deutsche Auto-Industrie ist Großbritannien besonders wichtig – nicht nur als Abnehmerland. Bei einem EU-Austritt steht für diese Schlüsselbranche einiges auf dem Spiel, wie Peter Fuß, Auto-Experte von Ernst & Young, erläutert.

Die Briten wollen aus der EU austreten. Ihr Votum stürzt nicht nur die Politik in Turbulenzen. Auch die Wirtschaft bekommt Probleme – in Großbritannien und hierzulande. Denn das Königreich ist unser drittwichtigstes Exportland.

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Der Schock sitzt tief. Nachdem die Mehrheit der Briten für den Brexit gestimmt hat, fragen sich auch viele Deutsche: Was bringt die EU mir persönlich? AKTIV hat interessante und überraschende Fakten zusammengetragen.

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aktualisiert am 11.12.2017

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