Energie-Mix

Es wird nicht einfacher


Wir müssen mit Blackouts und mehr Kosten rechnen

Köln. Wie geht es weiter mit unserer Stromversorgung? Die Frage stellt sich jetzt völlig neu. Dass „jeder deutsche Reaktor besser ausgerüstet ist als der in Fukushima“, wie der Präsident des Deutschen Atomforums beteuert – das will keiner hören. Auch nicht, dass das Erdbeben in Japan über 100-mal stärker war als Deutschlands Jahrtausendbeben von 1356.

Die Kanzlerin hat entschieden: „Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen“, künftig „wird die Lage eine andere sein“. Für die konservative „Frankfurter Allgemeine“ steht bereits fest: „Politisch ist die friedliche Nutzung der Kernkraft in Deutschland endgültig erledigt.“

Doch wer glaubt, nach dem Abschalten von Reaktoren werde das Energie-Thema die Nation nicht mehr spalten, der wird sich wundern. Schon jetzt sehen die Stromnetz-Betreiber akute Blackout-Gefahr: Weil vor allem süddeutsche Meiler vom Netz gehen, „kommt es zu erhöhten Stromflüssen auf der Nord-Süd-Trasse“, warnt die Eon-Tochter Tennet. Das Netz werde so beansprucht, dass man auf Abschaltungen für Reparaturzwecke verzichten müsse.

Reichlich Stoff für Bürgerinitiativen

Der Übergang zu erneuerbaren Energien, etwa Windstrom aus der Nordsee, wird das Problem potenzieren: Laut RWE ist der dazu nötige Netz-Ausbau so enorm, „als wollte man alle Autobahnen 16-spurig machen“.

Die grüne Strom-Zukunft ist kaum weniger monströs als Atom- und Kohlemeiler. Schon jetzt wehren sich Bürgerinitiativen etwa in Thüringen gegen 100 Meter hohe Starkstrommasten.  Und  im  Schwarzwald gegen die Vernichtung von 140 Hektar intakter Natur für ein Pumpspeicherwerk – das man zum Speichern von Windenergie braucht.

Allein dieses Werk kostet 1 Milliarde Euro. Strom wird teurer. Und unsere Industrie zahlt schon heute ein Drittel mehr als die Konkurrenz im Atom-Land Frankreich.

Eine kompakte Übersicht zum Thema „Energie-Mix in Deutschland“ finden Sie auf unserer Website: www.aktiv-online.info/energie

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