Urteil

Erbrecht: Neue Hoffnung für unehelich geborene Senioren

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Staatliche Gesetzgebung kann das Erbrecht von unehelichen Kindern in Europa kaum noch einschränken. Werden sie anders behandelt als die ehelichen Nachkommen, verstößt das gegen das Diskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention. Daran erinnert jetzt ein Fall aus Frankreich. Fast 20 Jahre nach dem Tod einer Frau hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden: Auch ihrem 1943 geborenen unehelichen Sohn steht ein Teil des Erbes zu.

Was bedeutet dieses Urteil für Deutschland? „Es dürfte hier nur relativ wenige betroffene Fälle geben“, meint der Düsseldorfer Fachanwalt für Familienrecht Florian Fischer. Wie der promovierte Jurist erklärt, können sich jetzt wohl nur die nichtehelichen Nachkommen Hoffnung machen, die vor dem 1. Juli 1949 geboren sind – und bei denen der Erblasser noch lebt (oder erst kürzlich verstorben ist).

Zudem habe das Urteil aus Straßburg keine unmittelbare Wirkung für Deutschland. „Ich gehe aber davon aus“, so Fischer, „dass da noch einige deutsche Fälle bei den Gerichten anhängig sind, auch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.“ Betroffene sollten sich also schlaumachen – zum Beispiel bei einem Fachanwalt, den man über Seiten wie www.dansef.de oder www.dvev.de finden kann.

(Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, 7.2.13, 16574/08)


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