Urteil

Entfernungspauschale: Nur die erste Fahrt zur Arbeit zählt

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30 Cent pro Kilometer. Das ist der seit Jahren gleiche Betrag, den Arbeitnehmer für die Fahrt zur Firma steuerlich geltend machen können. Diese Pauschale gibt es nur für den einfachen Weg, der Rückweg ist dem Fiskus egal. So weit, so klar – was aber, wenn jemand zweimal am Tag zum Betrieb fährt, etwa weil er zu Hause mittagessen möchte?

Dass es keine Chance gibt, durch solche zusätzlichen Fahrten Steuern zu sparen, hat kürzlich der Bundesfinanzhof betont. Er verwarf die Nichtzulassungsbeschwerde eines Chorsängers. Der war regelmäßig zweimal täglich zu seiner Arbeitsstätte, einem Theater, gefahren. Und das nicht etwa zum Vergnügen: Zwischen der Probe und der Aufführung war die Arbeitszeit des Sängers für jeweils mindestens vier Stunden unterbrochen!

Trotzdem gibt es auch in so einem extremen Fall nur eine Entfernungspauschale pro Tag. Dass hier eine Ungleichbehandlung der Steuerzahler vorliegt, räumen die Richter zwar ein – aus ihrer Sicht bleibt diese Ungleichbehandlung aber im Rahmen des dem Gesetzgebers zustehenden Spielraums: Die "typisierende Regelung" per Pauschale darf auch für „atypische Sachverhalte“ gelten, die „im Verhältnis zu der Mehrzahl der Steuerpflichtigen die Ausnahme sind“.

Die Standard-Regel mit der Pauschale spart zudem Personalkosten in den Finanzbehörden – weil „eine aufwendige Prüfung dieser auch besonders streitanfälligen Sondersachverhalte nicht mehr erforderlich ist“.

(Bundesfinanzhof, 11.9.2012, VI B 43/12, zuvor Hessisches Finanzgericht Kassel, 6.2.2012, 4 K 3301/09)


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