Eine Million Öko-Autos im Jahr 2020 möglich

Elektroautos starten jetzt durch

Karlsruhe. Die Zahl wirkt auf den ersten Blick enttäuschend: Nur 12.000 Elektrofahrzeuge sind auf Deutschlands Straßen unterwegs. Ein Witz – mit Blick auf das Ziel der Bundesregierung, dass es laut Verkehrsprognose schon in sechs Jahren eine Million batteriebetriebene Fahrzeuge geben soll und 2030 sogar sechs Millionen.

„Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber zu schaffen“, sagt Professor Martin Wietschel vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe. Denn die Akzeptanz der Verbraucher wächst. Die Verkaufszahlen verdoppeln sich von Jahr zu Jahr. Starke Zuwächse gibt es auch bei den Hybridfahrzeugen, die Kraftstoff- und Batterieantrieb kombinieren. Zusammen kommen E-Mobile und Hybridautos aktuell auf 97.700 Zulassungen. Zum Vergleich: Bei Benzin- und Dieselmotoren sind es 43 Millionen.

Um die alternativen Antriebstechniken weiter nach vorn zu bringen, so Branchenkenner Wietschel, müsse die Politik jetzt die richtigen Entscheidungen treffen: Private Autokäufer könne man mit reservierten Parkplätzen in Ballungsräumen locken, „und mit dem Sonderrecht, auf überfüllten Straßen die Busspur nutzen zu dürfen“. Die gewerblichen Nutzer dagegen dürften vor allem steuerliche Vorteile überzeugen.

Die Sorge, mit leerer Batterie liegen zu bleiben, sei unbegründet. „Die meisten Ladevorgänge finden zu Hause in Garagen, an festen Stellplätzen oder am Arbeitsplatz statt, und da ist die entsprechende Infrastruktur oftmals vorhanden“, erklärt Wietschel.

Die Industrie arbeitet nicht nur an Autos mit größerer Reichweite. Sie bietet auch mehr Auswahl. In diesem Jahr führen deutsche Hersteller 16 neue Modelle ein. Die allerdings haben immer noch Preise wie Oberklasse-Fahrzeuge. „Die Anschaffungskosten“, so der Experte, „liegen häufig noch 50 bis 100 Prozent über denen eines Autos mit Verbrennungsmotor.“

Als wirtschaftlichere Alternative zum teuren Lithium-Ionen-Akku sieht Wietschel die Brennstoffzellentechnologie, die vor der Markteinführung steht. Im kommenden Jahr bringt der Massenhersteller Toyota eine viertürige Limousine raus, deren Antrieb aus Wasserstoff und Sauerstoff Elektrizität produziert. Rund 50.000 Euro soll der 134-PS-Wagen kosten. Daimler will 2017 nachziehen.

Ob Brennstoffzelle, Hybridfahrzeug oder E-Mobil: Für welche Überraschungen Öko-Autos gut sind, zeigt ein Blick nach Norwegen. Dort hat der prestigeträchtige Elektro-Renner Tesla den VW Golf von Platz eins der Zulassungsstatistik verdrängt.


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