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Stromer-Fahrer stehen vor technischen und rechtlichen Hürden

Elektroauto: Privates Stromtanken ist oft noch gar nicht möglich

Wer mit einem E-Auto liebäugelt, sollte wissen: Den Wagen einfach an die Steckdose zu hängen – ist leider keine gute Idee! AKTIV erklärt, warum das so ist und was Stromer-Fahrer tun sollten, um die Karre privat aufzuladen.

Mal eben den Auto-Akku aufladen? Ist nicht so einfach, wie es sich anhört... Foto: Adobe Stock

Mal eben den Auto-Akku aufladen? Ist nicht so einfach, wie es sich anhört... Foto: Adobe Stock

Köln. Dass die Elektroautos hierzulande noch nicht so richtig in Fahrt kommen, ist auch der fehlenden Infrastruktur geschuldet. Klar, es gibt immerhin schon rund 12.000 öffentliche Ladestationen, die meisten mit Anschlüssen für mehrere Autos, Tendenz: weiter steigend. Aber wer ein E-Auto fährt, will in der Regel ja auch den Vorteil nutzen, den Wagen daheim laden zu können. Und hier hapert es noch gewaltig.

Einfach ran an die Steckdose und gut ist’s? Von wegen!

Denn da gibt es Hürden – technisch und auch rechtlich. Den Wagen an eine Steckdose anzuschließen, das ist zwar möglich, aber nicht sinnvoll: „Durch eine gewöhnliche Haushaltssteckdose fließt zu wenig Strom“, erklärt Holger Ippen vom Fachblatt „Auto Zeitung“. Und er ergänzt: „Eine kleine E-Auto-Batterie kann so vielleicht noch in einer Nacht aufgeladen werden – bei einer größeren dauert das aber Tage.“

Sogar noch schwieriger wird es, wenn man ein Verlängerungskabel bis zum Auto nutzen muss. „Das geht oft gar nicht – mit der Entfernung wächst der Widerstand, und der wird irgendwann zu groß“, so Ippen.

Denkbare Lösung für E-Auto-Fahrer: Wallbox installieren

Eine Lösung sind sogenannte Wallboxen: „Man muss beim Energieversorger eine Genehmigung einholen, danach wird die Wandladestation von einem Elektroinstallateur angebracht“, sagt der Experte. „Am einfachsten lässt sich dieser Prozess über den E-Auto-Händler in Gang bringen.“

So eine Wallbox liefert dann speziellen Strom zu einem speziellen Tarif. Der Kasten sichert aber auch das übrige Stromnetz im Haus ab, sodass nie zu viel Strom abgezogen wird – damit das Netz nicht in die Knie geht.

Also schnell eine Wallbox bestellt? Nein. Zunächst muss man sich klarmachen, dass das ordentlich ins Geld geht. An die 2.000 Euro kann eine gute Ladestation kosten, dazu kommt die Installation – so kann pro Stellplatz ein mittlerer vierstelliger Betrag fällig werden.

Mieter und Wohnungseigentümer müssen um Erlaubnis bitten

Und nicht jeder darf überall so einen Anschluss installieren! Wer ein Einfamilienhaus mit eigener Garage hat, ist fein raus. Wer in einer Eigentumswohnung wohnt, hat schlechtere Karten, genau wie Mieter, die für den Einbau die Zustimmung des Vermieters brauchen. „Beim Miet- und Wohnungseigentumsrecht bedarf es in puncto E-Mobilität einer Harmonisierung“, fordert daher Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor beim Eigentümerverband Haus & Grund Rheinland. „Derzeit hat man keinen Anspruch darauf, dass einem ein Anschluss zur Verfügung gestellt wird oder man ihn installieren darf.“ Bei baulichen Veränderungen muss nämlich laut Wohnungseigentumsgesetz die gesamte Eigentümergemeinschaft zustimmen – ist nur einer dagegen, wird es nichts.

Regierung plant Erleichterungen, um die Elektromobilität voranzubringen

Und gegen eine oder gar mehrere Ladestationen im Haus könnte so mancher etwas haben, nicht nur wegen der Umbauarbeiten. So kann die Stromkapazität im Gesamtobjekt herunterfahren, wenn das Netz nicht für so einen großen Abnehmer ausgelegt ist (was bei vielen älteren Gebäuden der Fall ist).

Immerhin ist im Koalitionsvertrag der Regierung festgehalten, dass man den Einbau von E-Auto-Ladestellen für Mieter wie für Wohnungseigentümer „rechtlich erleichtern“ will. Laut Justizministerium wird sich da aber frühestens im kommenden Jahr etwas tun.


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