Nonstop nach Australien

Einmal um die halbe Welt – mit neuer Flugzeugturbinen-Technik von MTU

München. Ohne Zwischenstopp von Frankfurt nach Sydney in Australien. Das ist einmal um die halbe Welt. Flugreisen über solche Distanzen werden künftig in einem Rutsch möglich sein. Mit raffinierter Technik werden die Flieger immer sparsamer, die Reichweiten werden erhöht.

Vorn dabei ist der Münchner Triebwerkhersteller MTU Aero Engines mit weltweit rund 9.000 Mitarbeitern. Für den Ultralangstreckenjet 777X („Triple 7X“) vom US-Flugzeughersteller Boeing entwickelt er Triebwerkmodule, die für einen noch besseren Wirkungsgrad sorgen sollen. Ein Zehntel weniger Kraftstoff sollen die Antriebe im Vergleich zu heutigen Flugmaschinen verbrauchen.

Im Innern der Triebwerke strömt 1.000 Grad Celsius heißes Gas

Hebt er wie geplant 2020 ab, wird der Jet nach dem Airbus A 380 das zweitgrößte Passagierflugzeug der Welt sein. Ein Puzzleteil, damit er sparsamer fliegt, ist das sogenannte Turbinenzwischengehäuse (TCF) von MTU. Es muss extreme Belastungen aushalten, leitet es doch 1.000 Grad Celsius heiße Gase in einem Kanal sicher an Strukturbauteilen und Leitungen im Innern des Triebwerks vorbei.

Knifflige Aufgabe für die Ingenieure: Die Luft zur Kühlung der Turbinen muss ebenfalls durch das TCF strömen. „Das alles stellt höchste Ansprüche an Werkstoffe, Konstruktion und Fertigung“, so MTU-Technikvorstand Rainer Martens. „Die haben wir in München aufgebaut.“

Mit dem Airbus A 380 stieg die Firma vor rund zehn Jahren in Entwicklung und Bau von TCF-Gehäusen ein. 400 Stück wurden seither für den A 380-Antrieb gefertigt, 350 weitere sollen folgen. Dazu kommen Gehäuse für Boeings „Dreamliner“ und den Jumbojet „747-8“, bis heute mehr als 700 Stück. Ein wachsendes Geschäft. Es wird ständig weiterentwickelt und hilft, die rund 5.000 Arbeitsplätze am Standort München zu sichern.

Im aktuellen Projekt für die Triple 7X stemmt MTU einen weiteren Entwicklungsschritt. Nicht nur Werkstoffe und Bauweise kommen auf den Prüfstand, es wird auch an neuen Schutzschichten gegen Hitze, Rost und Schwefelbelag getüftelt. Und Teile des neuen TCF könnten sogar aus dem Laserdrucker kommen.

400 Flieger sind bei Boeing bereits bestellt. 2016 liefert MTU die ersten Entwicklungskomponenten zu Tests am Boden aus.


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