Tipp der Woche

Einlagensicherung: Keine Panik - unser Geld ist sicher!


Bundesbank-Präsident betont: „Die deutsche Einlagensicherung ist international vorbildlich“

Lange Schlangen, bange Gesichter: Als vor ein paar Wochen eine britische Hypothekenbank ins Schlingern kam, hoben pa-nische Kunden zu Tausenden ihr Geld ab. Älteren Kollegen kamen die Bilder bekannt vor: Sie erinnerten sich an 1974, als die Privatbank Herstatt in die Insolvenz rauschte.

Doch aus eben dieser Pleite haben unsere Banken Konsequenzen gezogen.

Mit deutscher Gründlichkeit: „Das System der Einlagensicherung ist international vorbildlich“, lobt Bundesbank-Präsident Axel Weber, „insbesondere die freiwilligen Sicherungseinrichtungen sind umfassender als von der EU gefordert – das hat in turbulenten Phasen für Vertrauen gesorgt.“

Besonders bekannt ist der „Einlagensicherungsfonds“ des Bundesverbandes deutscher Banken, dem Privatbanken angehören – darunter natürlich die Großen der Branche.

Sicherung auch für Tagesgeldkonten

Die Institute sichern sich gegenseitig ab, der Fonds wird aus Umlagen gefüttert. Für den Kunden heißt das: „Geld privater Anleger ist bis zu einer Höhe von 30 Prozent des maßgeblich haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank pro Kunde voll geschützt“, wie Tanja Beller sagt, die Pressesprecherin des Verbandes. Das bedeutet: Hätte eine kleine Bank auch nur 5 Millionen Euro Eigenkapital, wären Einlagen jedes einzelnen privaten Kunden schon bis zu einer Höhe von 1,5 Millionen Euro gedeckt.

Die Einlagensicherung gilt für alle Sicht-, Termin- und Spar-Einlagen, also zum Beispiel auch für Tagesgeldkonten oder Sparbücher. Auch Sparbriefe, die auf den Namen des Anlegers lauten, zählen zu den sicheren Einlagen – Inha-berschuldverschreibungen ei-ner Bank dagegen nicht.

Ähnlich ist das bei öffentlichen Banken, bei Sparkassen sowie bei Volks- und Raiffeisenbanken: Alle haben eigene Sicherungseinrichtungen. Für Normalverbraucher bedeutet das praktisch 100-prozentigen Schutz der Konten und Spargroschen.

Staat hilft nur in Grenzen

Bei kleineren Privatbanken oder auch bei Niederlassungen ausländischer Institute sollte man sich allerdings vor einer Geldanlage schlaumachen:  Ist diese Bank der freiwilligen Einlagensicherung überhaupt an-geschlossen?

Ist das nicht der Fall, sollte man vorsichtig sein: Denn dann bleibt nur der gesetzliche Minimal-Schutz. „Im Fall einer Zahlungsunfähigkeit haftet der jeweilige EU-Staat mit bis zu 20.000 Euro pro Person und Institut“, erklärt Sylvia Beckerle, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Bundesrepublik hat dabei aber die Option auf 10 Prozent „Selbstbehalt“ genutzt: „Das heißt, dass von einer 20.000-Euro-Einlage nur 18.000 Euro abgesichert sind.“

Fazit: Das Bankensystem sichert unsere Spargroschen so gut wie in kaum einem anderen Land der Welt. Dennoch sollte vor der Geldanlage bei einer obskuren kleinen Bank geprüft werden, ob sie dem Einlagensicherungsfonds angehört. Das können Sie beim Bankenverband per Mail-Formular abfragen – kostenlos.

www.bankenverband.de/einlagensicherung

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang