Tipp der Woche

Einkommensteuer


So sichern Pendler ihre Ansprüche

Wir haben Glück: Das Finanzministerium macht uns die Arbeit leicht! Im Vordruck der Steuererklärung für 2007 sind die gewohnten Felder für Angaben über unseren ganz normalen Weg zur Arbeit zu finden. So können wir ganz einfach unseren Anspruch auf die steuer- mindernde „Entfernungspauschale“ geltend machen.

Entfernungspauschale? Gibt es die noch? Tja, wenn man das wüsste! Der Gesetzgeber hatte diese Pauschale zum 1. Januar 2007 weitgehend abgeschafft (und so indirekt die Steuern erhöht). Umgehend gab es Musterklagen, von  denen es einige zum Bundesverfassungsgericht geschafft haben.

So werden Deutschlands wichtigste Richter irgendwann in diesem Jahr entscheiden, ob die Änderung verfassungsgemäß war. Dabei geht es für Millionen von Arbeitnehmern um viel Geld.

Ein Beispiel, berechnet vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW):  der verheiratete Mitarbeiter mit zwei Kindern und einem Jahresbrutto  von 27.500 Euro. Ist sein Weg zur Arbeit 30 Kilometer lang, kostet ihn die Streichung der Pauschale schon mehr als 200 Euro im Jahr.

Der Bund der Steuerzahler rät dazu, eine Steuererklärung zu machen und im Hauptteil den Punkt „Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte“ genau auszufüllen. Wichtig: Unter „einfache Entfernung“ wird nur die gesamte Länge des einfachen Weges eingetragen, nicht etwa die von Hin- und Rückweg.

Warten auf den Richterspruch

Ist die Steuererklärung abgeschickt, können wir uns zurücklehnen und auf das Urteil der Bundesverfassungsrichter warten. „Es  geht einem nichts verloren, wenn man sonst nichts tut“, betont der Steuerzahlerbund: Die Finanzbehörden würden das Urteil von Amts wegen berücksichtigen.

Andere höchstrichterliche Gerichtsverfahren haben gerade schon eine positive Folge: Es muss sich künftig niemand mehr darüber grämen, die Steuererklärung für frühere Jahre nicht gemacht zu haben. Wer diese Erklärung machen kann, aber eben nicht muss, hatte bisher höchstens zwei Jahre Zeit dafür. Mit dem Jahressteuergesetz 2008 ist die Frist für diese „Antragsveranlagung“ deutlich verlängert worden – rückwirkend! Für 2005 kann man also ohne weiteres noch eine Steuererklärung abgeben.

Darüber sollten nun nicht zuletzt die mehr als 30 Millionen Berufspendler im Lande nachdenken: Jeder zweite von ihnen macht bisher noch keine Steuererklärung. So verschenken Millionen Arbeitnehmer bares Geld – und das Jahr um Jahr.

Steuerlast ganz einfach senken

Sehr viele Ausgaben mildern Ihre Steuerlast –  aber nur, wenn Sie das Finanzamt per Steuererklärung informieren. Einige Beispiele:

  • Kita & Co.
    Kosten für eine beruflich bedingte Kinderbetreuung sind absetzbar.
  • Jobwechsel
    Neuer Job, andere Stadt? Bewerbungs- und Umzugskosten senken die Steuer.
  • Spenden
    Vater Staat fördert gute Taten: Spenden und manche Mitgliedsbeiträge gelten als Sonderausgaben.
  • Zweitwohnung
    Macht Ihr Job eine Extra-Unterkunft nötig? Dann werden die zweite Miete sowie einige andere Ausgaben als  Werbungskosten gewertet.
  • Handwerker
    Handwerker im Haus, Hausmeister im Garten? Per Konto bezahlte Löhne werden anerkannt. Mieter können vom Vermieter eine Bescheinigung über ihren Anteil fordern.

Info: PC-Programme helfen

Wer zur Miete wohnt, beruflich nur wenig auf Achse ist und keine oder kleine Kinder hat, kann sich die Steuererklärung locker auf eigene Faust vorknöpfen – am besten am PC. Günstige Programme wie „WISO-Sparbuch“ oder „Taxman“ lassen kaum eine Frage offen. Erste Hilfe für ganz einfache Fälle bietet gratis die offizielle Anleitung, zu finden unter www.formulare-bfinv.de (über „Bürger“ – „Steuern im Inland“ und „Einkommensteuer“).

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang