Elektro-Industrie

Einer von dreien


Metz behauptet sich als Fernsehgeräte-Hersteller in Deutschland

Zirndorf. Die Mitarbeiter halten Metz die Treue. Im ver­gangenen Jahr wurden zehn von ihnen für 40 Jahre Arbeit im Unternehmen geehrt. Heuer sind es sogar zwölf. „Unsere Beschäftigten sind mit dem Betrieb sehr verbunden“, sagt Reinhard Brand, der für die Ste­uerung der Produktion verantwortlich ist.

Am längsten engagiert sich in dem fränkischen Unternehmen bisher Helene Metz – mit weitem Abstand. Schon seit 1941 ist die mittlerweile 84 Jahre alte Inhaberin für das Unternehmen mit 670 Mitarbeitern tätig. Ihr Mann, Firmengründer Paul Metz, hatte 1938 mit der Produktion elektronischer Geräte begonnen. Seit seinem Tod 1993 führt seine Frau das Geschäft fort. Noch immer kommt sie fast jeden Tag ins Büro.

Metz in Zirndorf bei Nürnberg ist neben Loewe und Technisat einer von nur drei Fernseher-Herstellern, die noch in Deutschland produzieren. In Zeiten des Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es hierzulande 68 Rundfunk- und Fernsehmarken gegeben.

Das Erfolgsrezept im Kampf gegen die asiatische Konkurrenz beschreibt Metz-Geschäftsführer Norbert Kotzbauer so: „Unsere Stärke ist die Kombination von ausgezeichneter Qualität ,Made in Germany’, zukunftssicheren Produkten, die sich nach­rüsten lassen, klaren Vertriebsstrukturen und einem erstklassigen Service.“

Seit 1964 gibt es die Geräte ausschließlich im Fachhandel zu kaufen. Rabattschlachten in den Elektronik-Märkten macht Metz nicht mit. Auch ständig neuen Trends hinterherzujagen, ist nicht Sache des traditionsbewussten Unternehmens. Vielmehr beobachtet Metz genau, was sich am Markt durchsetzt.

„In unsicheren Zeiten etwas für das Heim“

Das gilt zum Beispiel für die Apparate mit flachem Bildschirm aus Flüssigkristall (LCD). „Wir haben abgewartet, bis die LCD-Technik die Marktreife erreicht hatte“, sagt der Geschäftsführer. 2005 stellte Metz das erste selbst entwickelte LCD-Gerät vor. Der letzte klassische Fernseher mit Bildröhre wurde in Zirndorf im April 2008 produziert.

Die Qualität aus Franken hat freilich ihren Preis. Je nach Größe und Ausstattung kostet ein Gerät 1.300 bis 4.500 Euro. Dennoch sind Produkte der Metz-Werke, die auch Foto-Blitzgeräte und Kunststoffteile herstellen, gefragt. „2008 haben wir den Umsatz um 10 Prozent auf 141 Millionen Euro gesteigert“, berichtet Kotzbauer. Trotz der Wirtschaftskrise sei für dieses Jahr ein stabiler Erlös geplant. Er weiß aus Erfahrung: „Gerade in unsicheren Zeiten gönnen sich die Leute etwas für ihr Heim.“

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