Autobahnen

Eine Spur besser …


Clevere Technik hält den Verkehr in Fluss

Berlin. Für Pendler bedeuten sie Stress, für Urlauber Frust: Staus auf deutschen Autobahnen. Um die künftig zu verringern, will Verkehrsminister Peter Ramsauer Seitenstreifen freigeben.

Entstanden ist der Plan, weil viele Milliarden für den eigentlich nötigen Ausbau fehlen. Stattdessen investiert Ramsauer in den nächsten fünf Jahren lediglich rund 300 Millionen Euro in Anlagen zur Verkehrslenkung. Experten und Oppositionspolitiker sind begeistert.

Der mit Lob eher sparsame  Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, stellt fest: „Für die Steuerzahler bietet das Programm die Aussicht, dass relativ wenig Geld fließen muss, um einen besseren Verkehrsfluss zu erreichen.“

Und der Grünen-Abgeordnete Winfried Hermann, Vorsitzender des Verkehrsausschusses und Gegenspieler von CSU-Mann Ramsauer, sagt: „Das Straßennetz wird besser ausgenutzt, es können mehr Autos fahren, der Verkehr wird gleichförmiger.“ Die Millionen, die sonst gerade mal für den Bau einiger Umgehungsstraßen reichen würden, seien gut angelegt.

30 Prozent mehr Leistungsfähigkeit

Ramsauers Konzept „Straßenverkehrstelematik 2015“ listet bundesweit 138 Projekte auf. Am Ende werden auf einer Länge von 350 Kilometern die Seitenstreifen befahrbar sein – während des Berufsverkehrs und der Hauptreisezeiten.

Bisher ist das auf insgesamt 210 Kilometern möglich. Die zeitweise Freigabe der Spur erhöhe die Leistungsfähigkeit der Strecke um 30 Prozent, so eine Berechnung des Verkehrsministeriums.

Für sinnvoll hält man das Vorgehen deshalb auch beim Verband der Automobilindustrie. Dessen Präsident Matthias Wissmann „begrüßt es, Seitenstreifen temporär freizugeben“. Die Kapazität besonders beanspruchter Abschnitte lasse sich so für begrenzte Zeit erhöhen. Dies sei „eine gute Ergänzung, aber kein gleichwertiger Ersatz“ für den Ausbau der Autobahnen.

Für Erhalt, Aus- und Neubau von Straßen gibt Rams­auer dieses Jahr 4,8 Milliarden Euro aus.

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