Spitzentechnik

Ein Wimpernschlag ist eine kleine Ewigkeit


Experten sind sicher: Spezialisten wie Piller gehören zu den Gewinnern der Krise

Osterode. Stromausfall – gut 80 Minuten lang ging kürzlich in Hildesheim gar nichts mehr. Fahrstühle steckten fest, Kaufhaustüren blockierten, Ampeln fielen aus. Die Bürger nahmen es mit Humor.

Computer verstehen da keinen Spaß. Für hochempfindliche Rechenzentren, Chipfabriken oder Telekommunikationshersteller kann ein Stromausfall von wenigen Millisekunden manchmal schon eine kleine Ewigkeit sein. „Wir sorgen dafür, dass unseren Kunden niemals der Strom ausfällt, nicht mal für einen Wimpernschlag“, verspricht Detlev Seidel, Geschäftsführer der Piller Group GmbH Osterode. „Das ist garantierte Sicherheit.“

Piller in Osterode ist ein typischer deutscher Mittelständler, der sich in einer Marktnische weltweit durchgesetzt hat: Kein Preisbrecher, aber der Kunde weiß, dass er höchste Qualität bekommt. Ein Blick in die Produktion: Helle Hallen, höchste Konzentration an den Arbeitsplätzen. Wickelköpfe zu verschalten, erfordert Fingerfertigkeit. Was Laien für ein chaotisches Durcheinander halten, ist für die Mitarbeiter von Piller Routine. „Ein Facharbeiter benötigt hohes Qualtitätsbewußtsein und Insiderwissen, um diese Arbeiten ausführen zu können“, sagt Geschäftsführer Seidel.

Weniger Aufträge bedeuten Kurzarbeit

Hinter dem Erfolg stehen Gesichter: Erkan Bayram bandagiert eine Filterdrossel, wenige Meter weiter montiert Dieter Macke den Einschub für eine Schaltanlage – kein Zweifel, hier wird Spitzentechnik gefertigt. Seidel sagt: „Dieses Know- how sucht seinesgleichen.“

In den letzten Jahren brummte das Geschäft. Doch die Krise geht auch an Piller nicht spurlos vorüber. Kurzarbeit muss sein, denn die Auftragslage ist wie fast überall auch bei Piller deutlich zurückgegangen.

Für Experten steht fest: Unternehmen wie Piller werden zu den Gewinnern der Krise zählen. „Wir sind gut und zukunftsfähig aufgestellt“, sagt Geschäftsführer Seidel.

Technisch kann kaum jemand in der Branche Piller schlagen. Seidel: „Unsere Kunden wollen auf Nummer sicher gehen und sind oft bereit, für höchste Qualität auch einen hohen Preis zu bezahlen. Und da vertrauen sie auf Piller.“

Weltweit die Nummer fünf

In Europa ist das Harzer Unternehmen die Nummer eins, weltweit Nummer fünf. Weil in vielen Regionen der Welt die Qualität der Stromnetze außerordentlich schlecht ist, werden Anlagen aus Osterode weiterhin gefragt sein.

Osteuropa, Südasien, Russland, Saudi-Arbabien oder die Türkei – mit Partnern oder eigenen Niederlassungen geht es in neue Märkte. „Aber auch in Europa, USA und China wird besonders in Großrechenzentren oder Chipfabriken für uns auch weiter viel zu tun sein“, ergänzt Seidel.

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Schlagwörter: Gesellschaft

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