Investitionen

Ein Paket macht Schule


Gut gerüs­tet: Schul­leiter Claus Gigl freut sich über die Sanierung des Burkhart-Gymnasiums in Mallersdorf-Pfaffenberg. Unter anderem werden die Außenwände gedämmt. Foto: Weigel

Wie die Konjunkturhilfe des Bundes in den Kommunen ankommt

Mallersdorf-Pfaffenberg. Die Schlagbohrer fressen sich mit einem Höllenlärm in die Wände. „Gerade werden die Toiletten saniert“, erklärt Claus Gigl und schließt die Tür seines Büros. Das dämpft ein wenig den Krach aus dem Flur.

Gigl ist Leiter des Burkhart-Gymnasiums in Mallersdorf-Pfaffenberg im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Trotz der ohrenbetäubenden Nebenwirkungen ist er froh, dass die Schule gründlich saniert wird: „Es war überfällig.“ Das Hauptgebäude ist schon gut 30 Jahre alt.

Ermöglicht hat die fast 3,7 Millionen Euro teuren Bauarbeiten das Konjunkturpa­­ket II (siehe unten). Mehr als 2,9 Millionen Euro überweist der Bund für das Burk­hart-Gymnasium. Den Rest  zahlt  der  Landkreis. Das Projekt ist eines von rund 20.000 Vorhaben, die das Konjunkturpaket bisher angeschoben hat.

In Berlin etwa werden gleich sieben Schwimmhallen saniert, in Herford (Nordrhein-Westfalen) das Rathaus und eine Feuerwache. Das Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim (Baden-Württemberg) baut eine neue Frauen- und Kinderklinik.

Die Investitionen sollen nicht nur der Wirtschaft neuen Schwung geben. Gleichzeitig wird auch etwas für den Klimaschutz getan. Wie am Burk­hart-Gymnasium in Mallersdorf-Pfaffenberg: Dort wird die bisher mit Strom betriebene Heizung ausgetauscht.

Künftig sorgt Wärme aus einem Hackschnitzel-Heizwerk dafür, dass die knapp 950 Schüler und ihre Lehrer im Winter nicht frieren. Erwarteter Effekt: 560 Tonnen weniger Kohlendioxid-Ausstoß im Jahr – auf dann nur noch ein Achtel des bisherigen Wertes.

Um das zu schaffen, be­kommt das Gymnasium auch neue Fensterscheiben. Die Arbeiten dauern das ganze Schuljahr bis zum nächsten Sommer. Lärm und Dreck inklusive. Doch für Schulleiter Gigl überwiegt die Vorfreude auf „eine fast neue Schule“. Und er hofft: „Ein freundlicheres Umfeld könnte die Motivation der Schüler steigern.“

Rettung in letzter Minute

Um ein freundlicheres Um­feld geht es auch in Halle an der Saale: Dort wird eine 800 Meter lange Teilstrecke der Berliner Straße mit einem sogenannten Flüsterbelag überzogen. 750 Anwohner können dann ruhiger schlafen. Der stark befahrene und zum Teil gepflasterte Weg ins Zentrum stammt noch aus DDR-Zeiten. 1,6 Millionen Euro kostet die „Verkehrsberuhigung“. Drei Viertel davon zahlt der Bund. Den Rest teilen sich das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt, wie Bernd Heinrich vom Presseamt Halle berichtet.

Die Bagger werden aber erst im Juni 2010 anrücken. „Wir haben viele Baustellen in Halle“, sagt Heinrich. Da müsse alles gut geplant und koordiniert werden.

Klein, aber schon fertig ist das Konjunkturpaket-Projekt in Bielenberg: Der Sportboot-Hafen an der Elbe nordwestlich von Hamburg hat eine neue Einfahrt. Sie kostete 270.000 Euro. Drei Viertel zahlte der Bund, den Rest das Land Schleswig-Holstein.

Dem „Schiffsparkplatz“ brachte die Hilfe aus Berlin Rettung in letzter Minute. „Die von Stahlwänden eingefasste Mole drohte vollständig abzusacken“, berichtet Helmut Groskreutz vom Kieler „Ministerium für Landwirtschaft, Um­welt und ländliche Räume“. Wenn das passiert wäre, hätte der kleine Hafen geschlossen werden müssen.

Info: 10 Milliarden Euro für die Zukunft

Die alte Koalition von Union und SPD hat das Konjunkturpaket II im Januar 2009 beschlossen. Ein Teil davon sind „Zukunftsinvestitionen der öffentlichen Hand“: 10 Milliarden Euro macht der Bund für Kommunen und Länder locker.

Auf der Projektliste ganz oben steht die Sanierung von Schulen und Universitäten. Kindergärten und Krankenhäuser sind ebenfalls ein Schwerpunkt. Infos über die Vorhaben – sortiert nach Bundesländern – unter: www.konjunkturpaket.de

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