Moderne Medizin

Ein neues Herz für Max


Leben retten - Spender, Ärzte und Arzneien machen es möglich

Gießen. Müde, schlapp, dauernd Husten: Der sonst so muntere Max (12) aus Büdingen fühlt sich richtig schlecht. Den Grund dafür erfahren Eltern und Kind von Ärzten der Uniklinik Gießen: Der Junge leidet an einer krankhaften Er­weiterung des Herzmuskels. Das Organ ist bereits auf die Größe eines Handballs angewachsen. „Max, das hier ist sehr ernst!“, sagen die Spezialisten. Die einzige Chance ist eine Herztransplantation.

„Ich hatte damals große Angst“, erzählt Max, der heute 16 Jahre alt ist. Äußerlich erinnert an den großen Eingriff nur noch eine 20 Zenti-meter lange Narbe auf seiner Brust.

Unendlich dankbar für ein Spenderorgan

Rund 60.000 Herzen weltweit hat man bisher er­folgreich transplantiert, 7.000 davon in Deutschland. Im Jahr 2005 be­traf es bundesweit 400 Patienten, einer von ihnen ist Max: „Ich bin unendlich dankbar für das Spenderherz“, sagt er.

Damals ging alles sehr schnell: Weil sich der Zustand von Max ständig verschlechtert, muss er im künstlichen Koma auf das rettende Spenderorgan warten.

Sein Leben hängt an Apparaturen von Medizintechnik-Spezialisten wie Siemens und B. Braun. Zuverlässig überwachen die Geräte die Körperfunktionen: „Wir waren zum Nichtstun verdammt“, sagt Mutter Maja  Becker-Mohr.

Nach 21 Tagen die erlösende Nachricht: Eurotransplant, die europäische Vermittlungsstelle für Organtransplantation, hat  ein  Herz  für  den  Jungen. Als Max nach vier Wochen die Augen wieder öffnet, schlägt das fremde Organ in seiner Brust. Besorgt fragt er sich: „Das Herz ist doch der Sitz der Seele. Bin ich überhaupt noch Max?“ Erst als er merkt, dass sich seine Gefühle nicht verändert haben, ist er so froh wie  seine  Eltern. Heute führt er ein ganz normales Leben, geht zur Schule, treibt Sport, frönt seinen Hobbys.

Einzig die regelmäßigen Kontrollen im Krankenhaus sowie die Einnahme von Medikamenten erinnern ihn daran, dass sich etwas verändert hat.

Medikamente lebenslang nötig

Denn das Immunsystem empfindet das transplantierte Organ als Fremdkörper: „Die Medikamente blockieren die natürliche Abwehr des Körpers und vermeiden so die Abstoßung“, erklärt seine Mutter. Die Tabletten muss Max nun lebenslang einnehmen. Maja Becker-Mohr ist zuversichtlich: „Die Chancen für ein langes Leben sind dank immer besser werdender Technik und Medikamente gut!“

Info: Organspende

Operationen wie bei Max, die Leben retten, sind nur durch Organspenden möglich. Die Hessen liegen mit 8,7 Spendern je eine Million Einwohner an der letzten Stelle aller Bundesländer und weit unter dem Bundesdurchschnitt von 14,6 Spendenwilligen. Dabei ist die grundsätzliche Bereitschaft, Organe zur Verfügung zu stellen, hoch: Laut Umfragen sind zwei von drei Bürgern dazu bereit. 

Tipp: Mehr Infos gibt es bei der gebührenfreien Hotline der Deutschen Stiftung Organtransplantation, Rufnummer 0800-9040400, oder im Internet unter www.dso.de

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