Schatz aus dem Abwasser

Ein besonderes Textil zieht Gold und Platin an

Leiterplatte in der Produktion: Die Oberfläche wird oft mit Palladium beschichtet. Foto: Getty

Krefeld/Duisburg. Palladium, Platin, Gold – das sind begehrte Rohstoffe. Ohne Palladium etwa würde kein Smartphone oder PC funktionieren. Ihr Abbau ist kostspielig, oft auch umweltschädlich.

„Es geht auch anders“, sagt Klaus Opwis, Forscher am Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West in Krefeld. Zusammen mit Kollegen vom Institut für Energie und Umwelttechnik in Duisburg hat er ein speziell ausgerüstetes Textil entwickelt.

Es filtert aus dem bis jetzt ungenutzten Prozessabwasser der Galvanik- und metallverarbeitenden Industrie Metalle.

Die wählerischen Moleküle gehen auf Rohstoffjagd

„An dem Fängertextil hängen Molekülketten, die die Metalle anziehen“, erklärt Opwis. Der Clou: Sie entfalten ihre Anziehungskraft besonders bei den wertvollen Edelmetall-Ionen (elektrisch geladene Teilchen): „Weil die Moleküle so wählerisch sind, lassen sich damit auch Abwässer bearbeiten, in denen die Konzentration der Metalle gering ist“, so Opwis. Das sei bisher nur mit erheblich höheren Kosten möglich.

Der Forscher hat für das Textil, das beim Rheder Ausrüster Roessing im Münsterland beschichtet wurde, eine Vermarktungsidee. Damit auch kleine und mittelständische Betriebe diesen Schatz heben können, sollen mobile Einheiten, die mit dem Fängertextil ausgerüstet sind, vor Ort das Prozesswasser filtern. Opwis: „Die gewonnenen Wertstoffe werden aufbereitet und zurückgesandt.“ Sie können verkauft werden.

Ein lukratives Nebengeschäft. Immerhin steht etwa der Goldpreis derzeit bei über 1.000 Euro pro Feinunze (31,30 Gramm) – Tendenz steigend.


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