Nord-Wort

E10 und die Wutbürger


Umweltschutz ist gut und wichtig. Aber die Biosprit-Politik geht an der Sache vorbei

Nun ist es so weit – der Wut-bürger wendet sich nicht nur gegen „Stuttgart 21“, er ist jetzt überall wütend: überall dort, wo er den Biosprit E10 tanken soll. Denn er tankt ihn nicht, den angeblichen Klimaretter. Wütend ist er vor allem über die Informationspolitik der Verantwortlichen.

Man lässt ihn allein mit Fragen wie: „Verträgt mein Auto das Zeug überhaupt?“ Auf dem „Benzin-gipfel“ wurde der Schwarze Peter munter weitergereicht, und jetzt sind alle verunsichert. Übrigens auch die Polizei in Schleswig-Holstein. Sie tankt – sicher ist sicher – lieber Super Plus statt E10.

Wütend ist der Bürger auch über die höheren Preise für Super Plus, die ihn zu E10 zwingen sollen. All das führt zum Ende der Geduld mit dem Umweltschutz, wie ihn die EU und auch der deutsche Staat diktieren.

Der Bürger merkt nun mehr und mehr am eigenen Leibe: Er zahlt die Zeche, wenn Politiker in Deutschland die Welt vor dem Untergang retten wollen. Bis ins Jahr 2030 sollen 335 Milliarden Euro Subventionen in den Bio-Kraftstoff fließen, also in die Taschen der Agrar-Industrie in aller Welt. Brandrodungen in Brasilien und Indonesien für Zuckerrohr und Palmöl, Mais-Monokulturen auf deutschen Äckern – egal! Der Öko-Zweck heiligt die Mittel, sagt die übereifrige Politik.

Ist das wirklich so? Dürfen wir für eine lächerlich geringe CO2-Reduzierung die Natur mit Füßen treten? Nebenbei: Auch der Anbau der Biosprit-Rohstoffe sorgt für einen massiven CO2-Ausstoß, was selbst die Grünen nicht bestreiten.

Dürfen wir es zulassen, dass Lebensmittel in den Tank statt auf den Teller gelangen und die Lebensmittelpreise weltweit steigen? Das trifft die Ärmsten der Armen! Der Bürger hält inne, er ist wütend und sagt Nein – nicht nur an der Zapfsäule.

Elbe

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