Urteil

Drogen: Kiffen am Wochenende kann den Job kosten

Was man in der Freizeit macht, geht die Firma nichts an – oder? Kommt ganz darauf an! Das musste jetzt ein Gleisbauer lernen, der nach eigenen Angaben privat regelmäßig Hasch konsumiert: Seine entsprechend erhöhten Cannabiol-Werte waren bei betriebsärztlichen Untersuchungen aufgefallen. Und der Arbeitgeber, ein öffentlicher Verkehrsbetrieb, schickte dem Mann deshalb die Kündigung.

Den Rausschmiss an sich haben die Richter in diesem Fall zwar schließlich wieder kassiert (weil der Personalrat nicht ordnungsgemäß beteiligt worden war). Aber sie haben auch klargemacht: Wer nach Feierabend kifft, darf zumindest in sicherheitsrelevanten Bereichen nicht weiter eingesetzt werden.

Der Gleisbauer arbeitet jeweils mit einem Kollegen zusammen. „Das Zwei-Mann-Team sichert sich gegenseitig vor den Gefahren der Arbeiten bei laufendem Straßenbahnbetrieb“, heißt es im Urteil. Damit sei der Kiffer „ein erhebliches Sicherheitsrisiko“.

Seine Klage auf vorläufige Weiterbeschäftigung bis zum Abschluss des Verfahrens lehnten die Richter daher ab. Und wenn der Mann seinen Drogenkonsum nicht abstellt, dürfte er den Job bald los sein: Der Gleisbauer wird seinem Arbeitgeber laut Urteil künftig „regelmäßig“ nachweisen müssen, „dass ein Drogenscreening ohne Befund ist“.

(Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, 28.8.2012, 19 Sa 306/12 und 19 Sa 324/12)


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Schlagwörter: Gesundheit Recht

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