Wirtschaftskrise

Drei Fakten, die Mut machen


Die Natur macht’s vor: Auch wenn es insgesamt aufwärts geht, verliert man zwischendurch an Höhenmetern. Foto: Caro

Das Jahr 2009 wird nicht einfach. Aber vielleicht einfacher, als wir glauben

Köln. Es scheint wohl ausgemachte Sache zu sein: Die Wirtschaft wird nächstes Jahr schrumpfen, zum sechsten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte (nach 1967, 1975, 1982, 1993 und 2003). Darf man jetzt trotzdem frohgemut in die vielen Fest- und Feier­tage gehen?

Immerhin: Das derzeit so düstere Bild hellt sich ein wenig auf, wenn wir den Blick auf drei Fakten richten:

1. Krisen sind kurz.

Seit 1949 will das Institut für Demoskopie Allensbach von den Deutschen wissen: „Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnungen oder Be­fürchtungen entgegen?“ Auch wenn diese Frage mo­mentan viele Menschen ins Grübeln bringt – in der historischen Rückschau ist der Befund eindeutig. In je­dem der bislang fünf deutschen Krisenjahre konnten die Demoskopen am Ende, im De­zem­ber, schon wieder neue Zuversicht vermelden.

Und die vermehrten „Hoffnungen“ ha­ben kein einziges Mal getrogen: Unmittelbar nach dem „Minus“-Jahr hat die Wirtschaftsleistung jedes Mal deutlich zugelegt. Im Durchschnitt um 3,2 Prozent.

2. Könner sind knapp.

Trotz der aktuell miserablen Konjunktur-Prognose ist die Aussicht für den Arbeitsmarkt erstaunlich gut. Selbst das extrem pessimistische Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen rechnet im Jah­res­mittel 2009 nur mit 185000 zusätzlichen Jobsuchern – nach 1,6 Millionen weniger in den drei Jahren zuvor. Da­bei er­wartet es einen Rekord-Rückgang der Wirtschafts­leis­tung um 2,0 Prozent.

Die Erklärung: Angesichts des Fachkräftemangels tun viele Betriebe alles, um ihr Personal trotz Krise zu halten.

3. Kunden sind König.

Das wichtigste Konjunkturprogramm ist schon ganz von selbst angelaufen: fallende Rohstoffpreise, das Glück im Unglück. Sprit kostet plötzlich kaum noch mehr als ei­nen Euro, in einigen Monaten erwarten Experten sogar ne­gative Teuerungsraten – also niedrigere Lebenshaltungskosten als ein Jahr zuvor.

Die Inflationsängste des letzten Sommers sind passé. Wer weiß: Vielleicht erweisen sich ja auch die Sorgen dieses Winters im Nachhinein als ein Stück weit übertrieben.

Lam

Bernhard Riedl

Das Jahr 2009 wird nicht einfach. Aber vielleicht einfacher, als wir glauben

Köln. Es scheint wohl ausgemachte Sache zu sein: Die Wirtschaft wird nächstes Jahr schrumpfen, zum sechsten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte (nach 1967, 1975, 1982, 1993 und 2003). Darf man jetzt trotzdem frohgemut in die vielen Fest- und Feier­tage gehen?

Immerhin: Das derzeit so düstere Bild hellt sich ein wenig auf, wenn wir den Blick auf drei Fakten richten:

1. Krisen sind kurz.

Seit 1949 will das Institut für Demoskopie Allensbach von den Deutschen wissen: „Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnungen oder Be­fürchtungen entgegen?“ Auch wenn diese Frage mo­mentan viele Menschen ins Grübeln bringt – in der historischen Rückschau ist der Befund eindeutig. In je­dem der bislang fünf deutschen Krisenjahre konnten die Demoskopen am Ende, im De­zem­ber, schon wieder neue Zuversicht vermelden.

Und die vermehrten „Hoffnungen“ ha­ben kein einziges Mal getrogen: Unmittelbar nach dem „Minus“-Jahr hat die Wirtschaftsleistung jedes Mal deutlich zugelegt. Im Durchschnitt um 3,2 Prozent.

2. Könner sind knapp.

Trotz der aktuell miserablen Konjunktur-Prognose ist die Aussicht für den Arbeitsmarkt erstaunlich gut. Selbst das extrem pessimistische Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen rechnet im Jah­res­mittel 2009 nur mit 185000 zusätzlichen Jobsuchern – nach 1,6 Millionen weniger in den drei Jahren zuvor. Da­bei er­wartet es einen Rekord-Rückgang der Wirtschafts­leis­tung um 2,0 Prozent.

Die Erklärung: Angesichts des Fachkräftemangels tun viele Betriebe alles, um ihr Personal trotz Krise zu halten.

3. Kunden sind König.

Das wichtigste Konjunkturprogramm ist schon ganz von selbst angelaufen: fallende Rohstoffpreise, das Glück im Unglück. Sprit kostet plötzlich kaum noch mehr als ei­nen Euro, in einigen Monaten erwarten Experten sogar ne­gative Teuerungsraten – also niedrigere Lebenshaltungskosten als ein Jahr zuvor.

Die Inflationsängste des letzten Sommers sind passé. Wer weiß: Vielleicht erweisen sich ja auch die Sorgen dieses Winters im Nachhinein als ein Stück weit übertrieben.

Lam

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