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Netzwerker mit Herzblut

Dieser Mann leitet die Kooperationsinitiative Maschinenbau (KIM) für Mittelständler

Arbeitssicherheit, Digitalisierung, Praktikum für Geflüchtete: Rainer Kupetz organisiert gegenseitige Hilfe im Betriebsalltag für 30 Unternehmen in Braunschweig. Er ist Geschäftsführer der Kooperationsinitiative Maschinenbau.

Mann der ersten Stunde: Rainer Kupetz ist seit der Gründung 1998 bei KIM dabei. Foto: Gossmann

Mann der ersten Stunde: Rainer Kupetz ist seit der Gründung 1998 bei KIM dabei. Foto: Gossmann

Generationswechsel: Stella Maria Hellmigk wird die Aufgabe von Kupetz bald übernehmen. Foto: Gossmann

Generationswechsel: Stella Maria Hellmigk wird die Aufgabe von Kupetz bald übernehmen. Foto: Gossmann

Braumschweig. Rainer Kupetz ist es gewohnt, viel unterwegs zu sein. Als Geschäftsführer der Kooperationsinitiative Maschinenbau e. V., kurz KIM, besucht er mehrmals wöchentlich eines der 30 Mitgliedsunternehmen. „Davon lebt ein Netzwerk“, ist er sich sicher.

Kupetz ist seit der ersten Stunde des Netzwerks dabei: 1998 gegründet, bringt KIM Maschinenbauunternehmen aus der Region Braunschweig in Verbindung: „Wir arbeiten zusammen und helfen uns gegenseitig. Der Nutzen ist für alle da“, bringt er es auf den Punkt. Insbesondere für kleinere Unternehmen ist KIM ein Gewinn, sie profitieren von guten Konditionen und geben Erfahrungen weiter. „Unser Motto lautet: Zusammen sind wir stärker“, sagt Kupetz.

In Arbeitskreisen und Gesprächsrunden tauschen sich Geschäftsführer und Mitarbeiter regelmäßig aus. „Da kommen auch mal Kosten auf den Tisch“, verrät Kupetz. „Damit der Vergleich da ist. Das geht, da sich in der KIM keine Konkurrenzunternehmen befinden. Und alle können sicher sein: Was wir in der Runde besprechen, bleibt auch in der Runde.“ Zwei Fachkräfte für Arbeitssicherheit sind stets ausgebucht, gehen in die Firmen und beraten, geben Unterweisungen und Schulungen.

Die Geschäftsstelle in Braunschweig ist wie eine Schaltzentrale, in der alles bei Frau Derwein zusammenläuft. Fehlt etwa ein Messgerät, ruft der Betrieb bei KIM an – und das Team um Kupetz leitet die Anfrage weiter. Sogar Bewerbungsmappen wechseln hin und wieder den Besitzer: „Gerade der Mittelstand hat Probleme beim Nachwuchs. Wir kümmern uns.“ Und ein junger Mensch freut sich über einen Ausbildungsvertrag in einem anderen KIM-Unternehmen. „Kurze Wege, schnelle Ergebnisse“, so Kupetz. KIM widmet sich auch den aktuellen Themen: In der Digitalisierung hilft die Initiative Schritt für Schritt, die jeweils richtige Strategie für das Unternehmen zu finden.

Mit einem Einstiegspraktikum vermittelt sie außerdem Geflüchtete in die Betriebe. Kupetz: „Wir müssen voneinander lernen. Gerade die Sprache ist noch eine große Hürde.“

Bei über 6.000 Mitarbeitern im KIM-Verbund fällt immer Arbeit an. Aus diesem Grund unterstützt ihn seit September die 25-jährige Stella Maria Hellmigk als Koordinatorin.

„Frisch von der Uni, entwickelt sie jetzt erst mal Fingerspitzengefühl für unsere Unternehmen. Aber wir sind überzeugt, dass sie die Richtige ist“, sagt er. Er selbst verabschiedet sich nächstes Jahr wieder in den Ruhestand: „Solange mache ich den Wellenbrecher.“ Denn eigentlich ist er bereits letztes Jahr in Rente gegangen – bis er sechs Wochen später als ehrenamtlicher Geschäftsführer zurückkehrte. „Ich habe knapp 20 Jahre das Netzwerk aufgebaut und unterstützt. Da hängt Herzblut dran.“

KIM macht sich für Standort ­Braunschweig stark

Der Kooperationsinitiative Maschinenbau e. V. (KIM) gehören 30 Unternehmen, der Arbeitgeberverband Region Braunschweig, die TU Braunschweig und die Ostfalia Hochschule an. Gemeinsame Ziele sind Standortsicherung, Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Stärkung der Wirtschaft in der gesamten Region. Zum Beispiel tauschen Firmen Personal aus, wenn ein Betrieb Personalüberhang hat, während in einem anderen Überstunden geleistet werden müssen.


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