Urteil

Dienstreisen: Wer lange unterwegs ist, kann Telefonate steuerlich geltend machen

Als Soldat der Bundesmarine auf hoher See unterwegs – klar, dass man da immer mal wieder die Liebste oder andere Angehörige anruft. Und dafür tief in die Tasche greift: Für 15 Telefonate zum Beispiel in ausländischen Häfen gab ein Marinesoldat anno 2004 insgesamt gut 250 Euro aus. Und obwohl solche Ferngespräche heutzutage viel billiger zu haben sein dürften, ist der Fall für alle Dienstreisenden interessant. Denn der Soldat hat es geschafft, seine Telefonkosten steuerlich geltend zu machen.

Dafür musste er allerdings bis vor den Bundesfinanzhof ziehen. Das Finanzamt wollte die Kosten der Anrufe zu Hause nämlich nicht als Werbungskosten anerkennen, sondern als Privatsache werten.

Dazu erklärte aber der BFH in seinem kürzlich publik gemachten Urteil: „Zum traditionellen Bestand des deutschen Einkommensteuerrechts gehört es, Kosten, die untrennbar sowohl privat als auch beruflich veranlasst sind, der steuerrechtlich erheblichen Berufssphäre zuzuordnen“ – und zwar immer dann, wenn die Ausgaben vor allem durch die berufliche Situation geprägt sind.

Bei Telefonaten ist das „nach einer mindestens einwöchigen Auswärtstätigkeit“ der Fall, weil sich bei so langer Abwesenheit „die notwendigen privaten Dinge“ eben nur durch zusätzliche Ferngespräche regeln lassen.

(Bundesfinanzhof, 5.7.2012, VI R 50/10)

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