Technik

Die Zukunft des Autos


Trotz E-Mobil: Der Verbrennungsmotor bleibt der wichtigste Antrieb.

Trotz aller Fortschritte bei den E-Mobilen: Der Verbrennungsmotor bleibt der wichtigste Antrieb. Warum? Das zeigt der große AKTIV-Report

Auf dem „Genfer Autosalon“ standen sie Anfang März wieder im Rampenlicht: die Pkws ohne Auspuff! Die E-Mobile, von der Bundesregierung wortreich propagiert, verkörpern für viele den Inbegriff einer Energiewende – eine Welt, in der Millionen von Stromern leise surrend über die Straßen rollen.

Sind die Benziner und Diesel Auslaufmodelle? Droht den unzähligen Zulieferern, die von der Benzinpumpe über den Motorkolben bis zum Kraftstofftank auf den klassischen Antrieb ausgerichtet sind, gar das Ende ihres Geschäftsmodells? Die Kosten der E-Mobile und die ungelösten Probleme der Batterietechnik lassen das Gegenteil erwarten: Der Verbrennungsmotor ist kein Auslaufmodell. Er hat seine Zukunft noch vor sich.

„Das rein batteriebetriebene Auto bleibt zumindest bis 2020 ein Nischenfahrzeug“, sagt Professor Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen. Professor Stefan Pischinger vom Lehrstuhl

Verbrennungskraftmaschinen der Uni Aachen sieht im klassischen Motor „auf lange Sicht das Potenzial, dominierend zu bleiben“. Und selbst Henning Kagermann, Chef der 2010 von der Regierung ins Leben gerufenen

„Nationalen Plattform Elektromobilität“, sieht das so: „Realistischerweise wird der klassische Verbrennungsmotor noch längerfristig eine wichtige Rolle spielen.“

Auch 2030 sind Stromer noch Exoten

Eine Anfang 2011 erschienene Studie der renommierten Unternehmensberatung McKinsey unterstreicht das: Selbst 2030 dürften nur 13 Prozent der weltweit verkauften Pkws echte E-Mobile sein (siehe Grafik in der Bildergalerie).

Der Knackpunkt bei den Elektro-Autos ist das Speichern der Energie: Die Batterien sind schwer, teuer und wegen der geringen Reichweite für lange Strecken ungeeignet. Zwar arbeitet die Branche mit großem

Aufwand am technischen Durchbruch des E-Mobils. Doch zugleich macht sie mit Hochdruck – was in den Medien kaum Beachtung findet – den Verbrennungsmotor noch besser. 

Selbst Greenpeace bremst die E-Euphorie

„Die deutsche Automobil-Industrie nutzt viele Optionen“, bestätigt Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie. „Neben der Entwicklung des Elektro-Autos, des Hybrid- und des

Wasserstoffantriebs geht es darum, den klassischen Verbrennungsmotor weiter zu optimieren.“ Er werde wohl noch jahrzehntelang „die Hauptlast der Motorisierung tragen“.

Übrigens: E-Mobile sind nicht so umweltfreundlich, wie viele glauben. Weil 43 Prozent des deutschen Stroms durch Verbrennen von Kohle erzeugt werden, verursachen auch sie viel Kohlendioxid (CO2), das maßgeblich zur Erderwärmung beiträgt.

„Die CO2-Bilanz eines Drei-Liter-Autos mit Verbrennungsmotor ist besser als die eines Elektrofahrzeugs“, betont Franz Fehrenbach, Vorstandschef des weltgrößten Autozulieferers Bosch. Und der

Greenpeace-Experte Wolfgang Lohbeck meint gar: Unter realistischen Bedingungen sei ein E-Mobil anderthalb bis zweimal so klimaschädlich wie ein konventioneller Kleinwagen.

So bleibt das Rennen um die umweltfreundlichste Antriebsart offen. Wie der Verbrennungsmotor immer robuster, sauberer, leiser, sparsamer, kompakter und leichter wird, schildern wir an sechs Beispielen.

 

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Beispiel 1: Robuster

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Beispiel 2: Sauberer

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Beispiel 3: Leiser

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Beispiel 4: Leichter

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Beispiel 5: Kompakter

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Beispiel 6: Sparsamer

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