Kollegen aus Stahl und Elektronik

Die Zahl der Industrieroboter steigt weltweit rasant an

Allein im vergangenen Jahr sind die Verkaufszahlen um 30 Prozent gestiegen. Verdrängen Industrieroboter eigentlich Arbeitsplätze? Nein, im Gegenteil. Warum sie die Beschäftigung sogar beflügeln, lesen Sie hier.

Arbeitsalltag bei Festo: Roboter sind für die Belegschaft nicht Konkurrent, sondern Helfer. Foto: Werk

Arbeitsalltag bei Festo: Roboter sind für die Belegschaft nicht Konkurrent, sondern Helfer. Foto: Werk

Frankfurt/Main. Mein Kollege ist ein Roboter! Das können immer mehr Beschäftigte von sich sagen. Allein 2016 wurden weltweit rund 30 Prozent mehr Industrieroboter verkauft als im Vorjahr, 2017 bis 2019 wird die Nachfrage je um rund 14 Prozent steigen, schätzt der Welt-Branchenverband IFR aus Frankfurt am Main.




Schlecht für die Beschäftigung sei das aber keineswegs, im Gegenteil. Der Verband rechnet das an einem Beispiel vor: Vom Jahr 2010 bis 2015 legte der Roboterbestand im deutschen Automobilsektor im Schnitt um 3 Prozent pro Jahr zu, während die Zahl der Beschäftigten ebenfalls wuchs: um 2,5 Prozent pro Jahr.

Warum Roboter die Beschäftigung beflügeln, erklären die IFR-Experten so: Durch Automatisierung sinken die Produktionskosten und damit die Preise der Produkte. Sprich: Die Betriebe werden wettbewerbsfähiger. Und: „Die damit steigende Nachfrage schlägt sich in neuen Stellen nieder.“ Diesen Zusammenhang belegt auch eine Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung.

Im Wettlauf um die Automatisierung ist die Europäische Union übrigens laut dem jüngsten IFR-Report Vorreiter: „65 Prozent der Länder mit einer überdurchschnittlichen Anzahl von Industrierobotern pro 10.000 Arbeitnehmer stammen aus der EU“, so der Befund.

Allerdings steigt die Nachfrage nach Robotern in China gewaltig an. Im Jahr 2019, so schätzen die Roboter-Experten, dürften schon mehr als 40 Prozent aller weltweit verkauften Industrieroboter im Reich der Mitte nachgefragt werden.

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