Arbeitsmarkt: Alles andere als „prekär“

Die Zahl der Erwerbstätigen steigt weiter an

Nürnberg/Wiesbaden. Wo man auch hinschaut: Deutschland ist auf Arbeit! 43,087 Millionen Erwerbstätige meldete jetzt die offizielle Statistik für den Monat August – mehr als je zuvor in diesem Kalendermonat und 230.000 mehr als vor Jahresfrist. Seit August 2007, im Jahr vor der letzten Wirtschaftskrise, stieg die Zahl um 2,6 Millionen.

Umgekehrt sind immer weniger Jobsucher registriert. Hier gibt’s schon die September-Zahl: 2,708 Millionen. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit liegt seit dem Frühjahr auf dem niedrigsten Level seit 1991.

Zwar behaupten Skeptiker, die zusätzlichen Jobs seien doch alle „prekär“. Sie fassen darunter Beschäftigung, die auf die eine oder andere Art „atypisch“ ist; die Stichworte lauten Teilzeit, Minijob, Befristung, Zeitarbeit. Die „Normal-Jobs“, heißt es, seien auf dem Rückzug. Doch das deckt sich nicht mit den Fakten.

Firmen wollen kräftig einstellen

Selbst wenn man die Definition von „prekär“ für bare Münze nimmt und nur die unbefristeten, voll sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen außerhalb der Zeitarbeitsbranche zählt, ergibt sich seit 2007 ein klarer Anstieg – im Gleichklang mit dem allgemeinen Zuwachs der Arbeitsplätze. Das beweist der Mikrozensus, eine vom Statistischen Bundesamt koordinierte jährliche Umfrage unter 800.000 Bürgern.

Außerdem: Teilzeit- und Minijobs können durchaus erwünscht sein, befristete Stellen münden oft in unbefristete, Zeitarbeit ist tariflich geregelt. „Weder das herkömmliche Normalarbeitsverhältnis noch davon abweichende Beschäftigungsformen sind per se gut oder schlecht“, sagt Ulrich Walwei, Vizedirektor der zu den Arbeitsagenturen gehörenden Denkfabrik IAB in Nürnberg.

Insgesamt stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs seit 2007 um fast 4 auf 31 Millionen. Dazu kommen weitere Gruppen von Erwerbstätigen, etwa Selbstständige und Beamte. In den nächsten Monaten könnte es weiter aufwärtsgehen. Denn auch der Frühindikator „BA-X“, mit dem die Bundesagentur für Arbeit seit 2007 die Einstellungsbereitschaft der Firmen misst, erreichte im September ein Rekordhoch.


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