Euro-Zone: Es geht endlich aufwärts

Die Wirtschaft in den Krisenländern erholt sich langsam und weckt Optimismus

Blick nach oben: Wie diese Irin gewinnen die Menschen in den Krisenstaaten neue Zuversicht. Foto: dpa

Köln. Hoffnungsschimmer leuchten am europäischen Konjunkturhimmel: Nach langen eineinhalb Jahren mit sinkender Wirtschaftsleistung wächst die Euro-Zone jetzt wieder.

Und für 2014 erwarten der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank ein Plus des inflationsbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1 Prozent. Auch weil es in den Krisenstaaten endlich wieder aufwärtsgeht – mit Ausnahme von Zypern.

So wird laut IWF-Prognose die griechische Wirtschaft um 0,6 Prozent zulegen nach einem für dieses Jahr erwarteten Minus von 4,2 Prozent. Die Voraussage für Italien: plus 0,7 nach minus 1,8 Prozent. Und für Spanien: plus 0,2 Prozent nach minus 1,3.

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos schöpft aus der Trendwende Zuversicht: „Das ist der Anfang vom Ende der Krise.“ Für nächstes Jahr rechnet er mit weniger Arbeitslosen in seinem Heimatstaat. Es wäre dort der erste Rückgang seit 2008. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote noch bei mehr als 26 Prozent.

Der Nachbar Portugal kommt auf eine Quote von über 16 Prozent. Seit dem Frühjahr 2013 ist sie immerhin leicht zurückgegangen.

Die portugiesische Zentralbank (entspricht unserer Bundesbank) nennt zwei wesentliche Gründe für die allmähliche Erholung der Wirtschaft in ihrem Staat: Zum einen belebt sich der Export in diesem Jahr stärker als bisher erhofft. Und zum anderen sinkt die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen im eigenen Land nicht so stark wie befürchtet. Denn die Produkte werden billiger und damit wettbewerbsfähiger – dank nachgebender Arbeitskosten.

In Portugal haben sich diese Kosten allein im vergangenen Jahr um 4 Prozent verringert, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie festgestellt hat.

In Griechenland gingen demnach die Arbeitskosten 2012 sogar um 7 Prozent zurück, 2011 um 5 Prozent. „Das zeigt, dass sich etwas bewegt“, sagt Christoph Schröder vom IW. Probleme gebe es in dem Land aber noch genug: Steuerhinterziehung, aufgeblähte Verwaltungen und ein nicht zukunftsfähiges Rentensystem.

Irland will ab Ende dieses Jahres wieder ohne den europäischen Rettungsschirm zurechtkommen

Aus den Krisenländern sind dennoch immer mehr positive Nachrichten zu hören – aktuell aus Irland: Ab Ende dieses Jahres will die „Grüne Insel“ wieder ohne den Euro-Rettungsschirm auskommen – nach drei Jahren und Hilfskrediten von rund 68 Milliarden Euro. Dann beabsichtigt Irland, wieder eigenständig Schulden auf ­den Kapitalmärkten aufzunehmen. Premier­minister Enda Kenny verspricht: ­­„Die wirtschaftliche Notstandssituation wird vorbei sein.“


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