244 neue Atommeiler in Bau oder Planung

Die Welt setzt auf Kernkraft


Jülich. Die Reaktorkatastrophe von Fukushima schockte die Welt. Knapp drei Jahre nach dem GAU an Japans Ostküste aber ist die Kernkraft global auf Wachstumskurs: Derzeit betreiben 30 Staaten 434 Kraftwerke. Und 244 neue Meiler kommen hinzu. 71 Kernkraftwerke sind in Bau und 173 in Planung, so die World Nuclear Association, der Zusammenschluss der Kraftwerksbetreiber.

Während in Deutschland Ende 2022 das letzte Kernkraftwerk abgeschaltet wird, steigen Länder wie Indonesien und Vietnam neu in die Technologie ein.

Und in Japan, wo bis Mai 2012 alle Anlagen stillgelegt worden waren, sollen einige Meiler wieder ans Netz gehen. „Das Land hat keine Kohle- und Gasvorkommen“, sagt Professor Jürgen-Friedrich Hake vom Forschungszentrum Jülich über den Energiekurs im Fernen ­Osten. Fossile Energien muss ­Japan derzeit teuer auf dem Weltmarkt einkaufen – für über 6 Milliarden Euro allein im November vergangenen Jahres.

Vorangetrieben wird die Kernkraft vor allem in China, wo gerade 29 Meiler gebaut und 59 geplant werden. „Das Land hat ein derart starkes Wirtschaftswachstum, dass es alle Energieträger braucht“, erläutert Hake. Außerdem sei Kernkraft eine „machtpolitische Frage“ für das Riesenreich.

Auch Russland forciert die Kernkraft, plant den Bau von 31 Anlagen. In Großbritannien sind es 4.

Und Deutschlands direkte Nachbarn? Während hierzulande nur noch rund 16 Prozent des Stroms von Kernkraftwerken stammen, sind es in Frankreich 75 Prozent. Kein anderes europäisches Land setzt so stark auf diese Energiequelle.

Zwar wollen die Franzosen den Anteil bis 2025 auf 50 Prozent senken. Dennoch wird ein neues Kernkraftwerk gebaut. Und die Laufzeiten der alten Anlagen sollen um 20 auf 60 Jahre verlängert werden.

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Schlagwörter: Energie Politik

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