Leitartikel

Die Welt ändert sich – und unsere Weltsicht?

AKTIV-Chefredakteur Ulrich von Lampe. Foto: Roth

Es ist ein historischer Wachwechsel: Erstmals in der Geschichte der Neuzeit hatte das aufstrebende Asien im Jahr 2014 mehr Vermögen als das alte Europa. Und 2016 wird es wohl auch Nordamerika überholen. Das zeigte unlängst die Beratungsfirma Boston Consulting Group in einer aufwendigen Studie.

Der Aufstieg der Asiaten hat Folgen. Wir werden sie verstärkt wahrnehmen: als Touristen in unserem Land, aber auch als Wettbewerber auf unseren Absatzmärkten und als Anteilseigner in unseren Betrieben. Finanzkraft ist nun einmal ein Machtfaktor. Die Welt ändert sich. Das sollte auch unsere Weltsicht verändern:

Interessiert euch für Asien!

Wieso lernt eigentlich immer noch fast keiner Chinesisch? Wieso weckt die Fußball-WM 2022 in Katar nicht auch ein bisschen Neugier? Wenn wir mit dem neuen Schwergewicht der Weltwirtschaft Geschäfte machen und mit ihm zurechtkommen wollen, sollten wir uns dafür innerlich öffnen.

Sagt Ja zu Amerika!

Zugleich muss der Westen beiderseits des Atlantiks, wenn er global ins Hintertreffen gerät, noch stärker zusammenrücken. Das geplante Freihandelsabkommen TTIP ist auch der Versuch, im globalen Kräftespiel gemeinsam besser dazustehen. Und trotz der berechtigten Diskussionen um US-Spionagepraktiken sollten wir nicht vergessen: Deutschlands wichtigster Verbündeter in Sachen Demokratie und Menschenrechte ist nicht in Asien zu finden.

Kämpft für Europa!

Im Licht der globalen Machtverschiebung wird deutlich: Am gemeinsamen europäischen Haus zu bauen, ist kein Akt von weltfremdem Idealismus. Sondern von Selbstbehauptung.


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