Unser tägliches Geld

Die verborgene Euro-Revolution


Vorderseiten unserer Münzen zeigen eine neue Europa-Karte

Brüssel. Vieles ändert sich im Verborgenen. Eine kleine Revolution läuft gerade in Ihrer Geldbörse. Schauen Sie mal rein, sehen Sie sich die Münzen genau an. Haben Ihre Euro noch die alte oder schon die neue Europakarte auf der Vorderseite?

Die Neugestaltung ist durch den  Beitritt Sloweniens (2007) sowie von Malta und Zypern (2008) notwendig geworden. Andere Länder stehen auf der Warteliste: die Slowakei, Ungarn und  Tschechien.

Auch die Dänen sind scharf auf den harten Euro. Ihr Premierminister Anders Fogh Rasmussen: „Vor sieben Jahren haben unsere Bürger gegen die Euro-Einführung gestimmt. Wir wollen im nächsten Jahr neu abstimmen lassen.“

Dänen und Schweden mit im Euro-Boot?

Wenn unsere nördlichen Nachbarn Ja zum Euro sagen, wird es nicht lange dauern und auch die Schweden wechseln endlich von der Krone zum harten Euro.

Hoffentlich machen die beiden Nordlichter dann alles richtig und nehmen sich kein Beispiel an ihren finnischen Nachbarn. Die haben nämlich, entgegen aller gesetzlicher Regelung, die neue Europakarte schon 2006 auf ihr 2-Euro-Stück geprägt. 50.000 Stück kamen in den Umlauf, bevor der Fehler bemerkt wurde. „Skandal-Euro“ heißt die Münze jetzt. Das weltgrößte Münzhandelshaus Reppa in Pirmasens hat davon noch ein paar Exemplare auf Lager. Fast 200 Euro sind jeweils dafür fällig.

Trotz des kleinen finnischen Skandals wird der Euro mehr und  mehr  zu  einer  Erfolgsgeschichte.

Wer der Mark immer noch nachtrauert, muss wissen: Am 6. November 2007 war der Euro härter, als es die D-Mark je war. 1 Euro  war  vor  knapp 50 Tagen genau 1,4571 Dollar wert. Die D-Mark hatte ihr absolutes Hoch im März 1995, als der Wechselkurs – zur Vergleichbarkeit in Euro umgerechnet – bei 1,4535 Dollar lag.

Über die heutigen Wechselkurse freuen sich alle USA-Urlauber und Importeure. Wer allerdings Waren in den Dollarraum liefert, hat es schwer im Winter 2007/2008. Unsere exportabhängigen Unternehmen müssen sich doppelt anstrengen, um Aufträge an Land zu ziehen. Die sprichwörtliche deutsche Qualität und Termintreue sind dabei wertvolle Helfer.

Der Euro gewinnt international an Gewicht – Tag für Tag. Kein Wunder, dass Alan Greenspan, der alte Guru der Finanzmärkte, orakelt: „Es ist durchaus denkbar, dass der Euro den Dollar als weltweit wichtigste Leitwährung ablöst.“

Zentralbanken schichten um

US-Ökonom Jeffrey Frankel ergänzt: „Der Euro ist eine plausible Konkurrenz zum Dollar. Er wird vielleicht im Jahr 2020 zur neuen Leitwährung. Das wäre ein  Jahrhundertereignis.“

Zahlen des Internationalen Weltwährungsfonds belegen den Trend. Der Anteil des Dollar an den globalen Währungsreserven liegt nur noch bei65 Prozent. Der Euro hat in den letzten Jahren von 18 auf jetzt 26 Prozent aufgeholt. Die Zentralbanken fast aller Länder schichten  fleißig von Dollar in Euro um. Denn: „Das Vertrauen in den Dollar ist erschüttert“, bekennt Thomas Stolper, Währungsexperte bei Goldman Sachs in London.

Der Euro auf dem Weg zur wahren Nummer eins – eine Revolution im Verborgenen.

Info: Der Euro als Sammelobjekt

Wenn am 1. Januar 2008 Malta und Zypern den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel einführen, haben 317 Millionen Europäer den Euro in der Tasche. Die Münzen sind ein beliebtes Sammelobjekt. Am teuersten waren von Anfang an die Münzen aus Monaco (kompletter Satz: 500 Euro), San Marino (125 Euro) und dem Vatikan (500 Euro),  weil sie nur in Mini-Auflage geprägt wurden. Seit Januar 2007 ist Slowenien (siehe unten) dabei. Nun warten alle Sammler auf die Euro aus Malta (siehe unten) und Zypern (siehe unten). Aktuelle Preisinfos im Internet unter www.reppa.de

Artikelfunktionen


Schlagwörter: Europa

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang