Tarifpolitik

Die Umsetzung des „LePha-TV" hat begonnen


„Der Abschluss ist beispielhaft“: Petra Reinbold-Knape von der Gewerkschaft IG BCE im Gespräch mit Paul Kriegelsteiner vom Arbeitgeberverband Nordostchemie. Foto: Sturm

120 Teilnehmer auf der Sozialpartner-Veranstaltung

Schwarzheide. Anerkennung hat er aus der Politik erhalten, aus den Betrieben und in Gewerkschaftskreisen: der „Tarifvertrag zur lebensphasengerechten Arbeitszeitgestaltung (LePha-TV)“ in der ostdeutschen Chemie. Nun steht die Umsetzung an, denn Anfang 2013 tritt er in Kraft. Darüber berieten jetzt 120 Personalchefs, Arbeitsdirektoren und Geschäftsführer sowie Betriebsräte und Gewerkschafter auf einer Sozialpartner-Veranstaltung im Kulturhaus von BASF Schwarzheide.

Ziel des Vertrags: den Mitarbeitern das Arbeiten bis zur Rente mit 67 zu erleichtern – etwa durch zeitliche Entlastung bei Pflege, Kinder-Erziehung oder nach Zeiten besonderer beruflicher Beanspruchung. Angesichts sinkender Schulabgänger-Zahlen und alternder Belegschaften gilt der Tarifvertrag als sehr wichtig für die Zukunftssicherung der Chemie-Industrie in Ostdeutschland.

„Mit Mut zu Neuem nicht sparen“

Beide Seiten stehen uneingeschränkt zum Vertragswerk, betonten auf der Tagung sowohl Petra Reinbold-Knape, Chefin des IG BCE Landesbezirks Nordost, als auch Paul Kriegelsteiner, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Nordostchemie. Reinbold-Knape: „Der Abschluss ist beispielhaft.“

Kriegelsteiner legte den Teilnehmern der Veranstaltung ans Herz, „mit Mut zu Neuem nicht zu sparen“.

Kern des Vertrags: 2,5 Prozent der Tarifentgelte gehen in einen Fonds, aus dem Entlastungen finanziert werden; die Details regeln die Sozialpartner vor Ort. Beispielhaft skizzierte Peter Prosch, Personalchef der Raffinerie PCK Schwedt, wie sich das fair gestalten lässt. Die intensiven Diskussionen im Kulturhaus ließen erkennen: Die Arbeit vor Ort ist offensichtlich schon in vollem Gange.

Das freut übrigens auch Kristina Schröder. In Berlin äußerte die Bundesfamilienministerin: Der Tarifvertrag in der ostdeutschen Chemie und seine Möglichkeiten zu familienbewusster Arbeitszeit-Organisation sei für Deutschland „ein Riesen-Fortschritt“.

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