Sozialstaat

Die Rente ist sicher – aber niedrig


Wie stark soll die Rente sinken? Wie ehrlich ist die Renteninformation, die uns jährlich ins Haus flattert? Und was folgt daraus für jeden ganz persönlich? AKTIV erklärt den Stand der Dinge.

Für die zusätzliche Altersvorsorge gibt es eine Faustregel: Man sollte 6 bis 8 Prozent vom Jahresbrutto sparen – in welcher Form auch immer. Zwei Varianten lohnen sich für Arbeitnehmer aber ganz besonders.

Immer wieder hört man: Den Rentnern ging es nie so gut wie heute! Andererseits wird vor Altersarmut gewarnt. Was stimmt denn nun? Zweimal im Jahr eine Kreuzfahrt – oder zweimal am Tag eine Mahlzeit in der Suppenküche?

Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Senioren finanzieren

Freiburg. Die Sache mit dem vergnügten Plakatkleber im Bild rechts müssen wir jüngeren Lesern kurz erklären, es ist ja schon lange her: 1986 stellt sich Sozialminister Norbert Blüm an eine Bonner Litfaßsäule. Und startet eigenhändig eine Kampagne, die das Vertrauen in die gesetzliche Altersversorgung stärken soll. Blüms Mantra „Die Rente ist sicher“ wird rasch zu einer der bekanntesten politischen Parolen im Lande.

Dabei ist schon absehbar, dass die Rente bedroht ist: Der „Pillenknick“ hat zu einem drastischen Rückgang der Geburten geführt – und die Lebenserwartung steigt. Immer weniger Beitragszahler werden für immer mehr Ältere aufkommen müssen. Das kann nicht lange gut gehen.

2031 geht man erstmals mit 67 in Rente

Die Rente ist sicher? „Damals, als Blüm das plakatiert hat, war es schlichtweg falsch“, sagt Professor Bernd Raffelhüschen, Experte für Fragen der sozialen Sicherung an der Uni Freiburg, zu AKTIV. „Heute stimmt es viel mehr als damals: Die Rente ist sicher – alle notwendigen Reformen sind gemacht worden. Aber die sichere Rente ist eben nur noch eine Basis-Versorgung.“

Die „Rente mit 67“, die bis 2031 Zug um Zug eingeführt wird, war der umstrittenste Schritt – aber für die Stabilisierung der Rentenkasse nicht einmal der wichtigste. Außerdem ist nämlich kräftig an der Rentenanpassungsformel geschraubt worden.

Niveau sinkt langsam ab

Absolut, also in Euro und Cent, werden die Renten wohl nie sinken. Aber ihr relatives Niveau fällt langsam ab. Das ist politisch gewollt – damit die Arbeitnehmer und die Betriebe nicht über Gebühr mit Beiträgen belastet werden. „Die Renten steigen etwas weniger stark als die Bruttolöhne“, erklärt Raffelhüschen, „und das ist richtig so, denn es ist generationengerechter.“

Im Rentenversicherungsbericht hält die Regierung fest: „Die gesetzliche Rente wird zentrale Säule der Altersversorgung bleiben – aber nicht ausreichen, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen.“

Für einen unbeschwerten Ruhestand tut also zusätzliche Vorsorge not. „Ein Drittel der Bevölkerung macht schon alles richtig“, sagt Raffelhüschen. „Ein Drittel hat verstanden, tut aber nicht genug. Und ein Drittel hat das Problem noch nicht kapiert.“

Altersvorsorge für Arbeitnehmer – kompakt erklärt
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Broschüren und Internet-Rechner

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