Pflege- und Handwerker-Kosten sind jetzt besser absetzbar

Die Piepen zurückholen!


Grafik: Tomiek

Berlin. Es ist lästig. Es kostet Zeit. Und Nerven. Aber es bringt Geld zurück: das Ausfüllen der Steuererklärung.  Jeder sollte sich jetzt darum kümmern, so der Bund der Steuerzahler. Schließlich gibt es viele legale Ansatzpunkte, die die Steuerlast senken.

Ein Fünftel zahlt der Staat

Bei den Klassikern hat sich wenig geändert: Pendlerpauschale, Spenden, beruflich bedingte Ausgaben etwa für die Weiterbildung oder einen Umzug, Kinderbetreuungskosten: alles wie gehabt. Neu ist, dass seit dem Steuerjahr 2009 „haushaltsnahe Dienstleistungen“ stärker gefördert werden. Die Faustregel: Ein Fünftel des Lohns übernimmt der Staat – das bringt jetzt zum Beispiel bei Pflegeleistungen bis zu 4.000 Euro!

Waren Handwerker in der Wohnung, kann das bis zu 1.200 Euro Steuerersparnis ergeben – doppelt so viel wie bisher. Auch eine Waschmaschinen-Reparatur ist ein Fall für den Fiskus. Ebenso der Einsatz des Schornsteinfegers. Aber nicht die Reinigung des öffentlichen Gehwegs: „Die ist nicht ,haushaltsnah’ genug“, seufzt Reiner Holznagel, Bundesgeschäftsführer des Bundes der Steuerzahler.

Achtung: Es muss stets eine Rechnung vorliegen und übers Konto bezahlt werden. „Und Materialkosten werden nicht berücksichtigt“, sagt Holznagel, „man muss sie also meist selbst herausrechnen.“

Neues Formular

Wer sich an die Arbeit macht, stolpert bald über eine technische Neuerung: den Vordruck „Anlage Vorsorgeaufwand“. Hier sind Posten gebündelt, die bisher im Mantelbogen und einer speziellen Anlage für die Riester-Sparer zu finden waren.

„Ein lediger Arbeitnehmer, der neben seinem Arbeitslohn keine Einkünfte hat, muss also nun drei statt wie bisher zwei Vordrucke ausfüllen“, so Holznagel.

Alle nötigen Formulare für die Steuererklärung 2009 liegen inzwischen in den Finanzämtern aus. Sie können auch kostenlos im Internet abgerufen werden.

 

www.formulare-bfinv.de

www.elsterformular.de

Info: Studium

Jede Menge Steuern kann jetzt sparen, wer nach seiner beruflichen Ausbildung ein Studium absolviert: Alle Kosten dieses Studiums gelten als Werbungskosten! Das hat der Bundesfinanzhof vor kurzem entschieden.

Auch Studierende ohne Einkünfte sollten diese Werbungskosten jetzt angeben: Das ergibt einen „Verlustvortrag“, der später die Steuerlast senkt.

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